Ein abgetrennter Schweinskopf vor der Haustür, dazu eine rassistische Botschaft - der Fall in Hall in Tirol erschüttert weiter das Land. Tage nach der Tat fehlt von den Tätern jede Spur.
"Happy Ramadan ihr Affen" stand auf dem Zettel, der an der Tür der türkischen Familie klebte. Für Bürgermeister Christian Margreiter ist klar: "Das ist widerlich bis zum Abwinken." Er spricht von einer gezielten Attacke, die schockiert und betroffen macht.
Die Polizei ermittelt, doch konkrete Hinweise auf die Täter gibt es bisher nicht. "Es liegen derzeit keine Tatverdächtigen vor", heißt es aus Ermittlerkreisen. Klar ist aber: Die Tat dürfte bewusst geplant gewesen sein.
Um Bewegung in den Fall zu bringen, greift der Bürgermeister tief ins Börsel. "Ich bin überzeugt, dass jemand etwas gesehen hat", sagt Margreiter. Deshalb setzt er 10.000 Euro Belohnung aus – bezahlt aus eigener Tasche. Eine solche Auslobung könne gerade in Wohnanlagen helfen, Täter auszuforschen.
Auch politisch hagelt es Kritik. Vertreter sprechen von einem "erschreckenden rassistischen Vorfall", der entschieden verurteilt werden müsse.
In Hall selbst ist die Verunsicherung groß. Viele können nicht fassen, dass so etwas vor ihrer Haustür passiert. Für die kommenden Tage ist eine Kundgebung geplant. Dort soll ein klares Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden.
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise. "Jeder noch so kleine Hinweis kann entscheidend sein", heißt es. Gleichzeitig warnen Experten auch vor falschen Verdächtigungen. Viel Wut, viele Fragen – doch die wichtigste bleibt offen: Wer steckt hinter dieser abscheulichen Tat?