Seit Februar 2025 gilt rund um den Dornbirner Bahnhof eine Waffenverbotszone. Messer, Schlagstöcke und andere gefährliche Gegenstände sind dort tabu, die Polizei darf jederzeit kontrollieren. Ziel war es, die Gewalt an diesem Brennpunkt in den Griff zu bekommen. Die Maßnahme zeigt Wirkung – zumindest direkt am Bahnhof. Laut Polizei sind die Delikte dort deutlich zurückgegangen – berichtet "Vol.at".
Doch ein aktueller Vorfall nur wenige Gehminuten entfernt lässt viele zweifeln, ob das Problem wirklich gelöst ist. Am Sparkassenplatz wurde ein 26-Jähriger niedergeschlagen und ausgeraubt. Der Mann blieb bewusstlos liegen, mitten in der Stadt.
Besonders brisant: Die mutmaßlichen Täter sollen laut Polizei kurz zuvor noch im Bahnhofsbereich unterwegs gewesen sein – also genau in jener Zone, in der das Waffenverbot gilt.
Dort fällt die Bilanz klar aus. Seit der Einführung wurden 17 Waffen sichergestellt, größere Straftaten sind ausgeblieben. Am Bahnhof selbst ist es also deutlich ruhiger geworden.
Für die Polizei ist die Lage eindeutig: Eine Verlagerung der Kriminalität könne nicht nachgewiesen werden. Auch subjektiv gebe es keine Hinweise darauf, dass sich Problemgruppen einfach verlagern.
Viele Anrainer sehen das anders. Sie berichten von wachsender Unsicherheit, von Gruppen vor Häusern und einer Stimmung, die sich spürbar verändert hat. Für sie fühlt es sich so an, als wären die Probleme nicht verschwunden – sondern nur ein paar Straßen weitergezogen.
Auch Studien zeigen, dass solche Verbotszonen lokal wirken können. Die Kriminalität sinkt am betroffenen Ort, eine große Verlagerung ist selten. Doch gemessen werden nur angezeigte Delikte – nicht das Sicherheitsgefühl der Menschen. Und genau dieses Gefühl scheint in Dornbirn derzeit zu kippen.