Banden haben Kontrolle

Gefängnisaufstände in Guatemala mit über 40 Geiseln

Nach der Verlegung von Bandenchefs nehmen Häftlinge in Guatemala über 40 Gefängniswärter als Geiseln. Die Lage bleibt angespannt.
Newsdesk Heute
18.01.2026, 17:26
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

In Guatemala ist am Samstag ordentlich was los gewesen: Weil Bandenchefs in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt wurden, haben inhaftierte Bandenmitglieder in mehreren Haftanstalten über 40 Gefängniswärter als Geiseln genommen.

Laut Innenminister Marco Antonio Villeda gibt es bis jetzt zum Glück keine Toten oder Verletzten. Er stellte aber klar: "Für eine Freilassung der Geiseln wird mit den Häftlingen nicht verhandelt."

In Guatemala treiben die verfeindeten Banden Barrio 18 und Mara Salvatrucha (MS-13) ihr Unwesen. Diese Gruppen werden sowohl von den Behörden in Guatemala als auch von den USA als terroristische Vereinigungen eingestuft.

In mindestens drei Gefängnissen sollen Häftlinge Wärter als Geiseln genommen haben.
REUTERS

Gewalt eskaliert

Schon im Vorjahr sind einige Führungsmitglieder dieser Banden in das Hochsicherheitsgefängnis Renovación I gebracht worden, das etwa 75 Kilometer südlich von Guatemala-Stadt liegt. Die strenge Isolation der Bandenbosse hat immer wieder zu Aufständen hinter Gittern geführt.

Jorge Guillermo López, der Chef der guatemaltekischen Strafvollzugsbehörde, gab bekannt, dass in Renovación I neun Strafvollzugsbeamte als Geiseln genommen wurden. Im Gefängnis Fraijanes II sind es laut Angaben 28 Wärter, und in der Haftanstalt Preventivo in einem Vorort von Guatemala-Stadt wurden acht weitere Wärter und ein Psychologe als Geiseln genommen.

Im vergangenen Jahr ist bei einer Gefängnismeuterei ein Wärter durch Schüsse ums Leben gekommen. Im Oktober hat der Ausbruch von 20 Anführern der Barrio 18 für große Aufregung gesorgt – bis jetzt konnten erst sechs von ihnen wieder geschnappt werden. Ein weiterer flüchtiger Bandenchef wurde erschossen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.01.2026, 17:26
Jetzt E-Paper lesen