Die Frage nach dem letzten Gehalt kommt in Bewerbungsgesprächen immer wieder vor. Doch damit ist bald Schluss: Ab dem 7. Juni müssen die EU-Regeln zur Entgelttransparenz umgesetzt werden.
Nach der neuen EU-Vorgabe dürfen Arbeitgeber Bewerber künftig nicht mehr nach ihrem aktuellen oder früheren Gehalt fragen. Damit soll verhindert werden, dass niedrige Gehälter aus früheren Jobs die Verhandlungsposition schwächen.
Wie utopia.de berichtet, hat das praktische Folgen für die nächste Bewerbung. Künftig zählt stärker die neue Stelle und nicht mehr die bisherige Gehaltshistorie.
Die Richtlinie führt eine neue Transparenzpflicht ein. Arbeitgeber müssen Bewerber künftig von sich aus über das Einstiegsentgelt oder eine Gehaltsspanne informieren – entweder bereits in der Stellenanzeige oder spätestens vor dem ersten Gespräch.
Das gibt Bewerbern einen besseren Orientierungspunkt für die Verhandlung. Steht in einer Anzeige keine Spanne, kannst du vor dem Gespräch aktiv nach dem finanziellen Rahmen fragen.
Experten empfehlen, vor jedem Gespräch eine realistische Gehaltsspanne festzulegen. Dabei hilft ein Gehaltsvergleich für ähnliche Positionen in derselben Branche und Region.
Wird trotzdem nach dem früheren Gehalt gefragt, können Bewerber höflich ablehnen. Eine mögliche Antwort: "Mein bisheriges Gehalt eignet sich für diese neue Aufgabe nicht als Vergleichswert."
Für Unternehmen, die sich nicht an die Vorgaben halten, sind wirksame Sanktionen wie Geldbußen oder Schadensersatz vorgesehen. Die genaue Ausgestaltung in den einzelnen Ländern ist allerdings noch offen.