Die Corona-Krise und der Krieg in der Ukraine wirken sich auch auf unser aller Leben aus. Die Energiepreise explodieren, die Preise an den Zapfsäulen kletterten enorm nach oben; in vielen Bereichen gibt es eklatante Mängel. So rationieren Supermärkte bereits Speiseöl. Kunden müssen auf ihre Autos aufgrund des Chipmangels teils über ein Jahr lang warten. Sogar McDonalds kämpfte – wie berichtet – mit Engpässen. Die Regierung versprach, dass die Gasversorgung zumindest bis zum Ende der Heiz-Saison gesichert ist. "Niemand wird frieren müssen", betonte Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne).
Doch wie ist die Situation wirklich? Das Staatliche Krisen- und Katastrophenschutz-Management hat angesichts der angespannten Lage eine eigene Krisenbedarfs-Taskforce ins Leben gerufen. In einem geheimen Dokument wurde die Versorgungslage analysiert. Dieses interne Schriftstück liegt "Heute" vor.
Brisant: Für die diversen Bereiche kommt eine sechsstufige Skala (hellgrün bis dunkelrot) zum Einsatz. Die Sechser-Stufe – wenn sie erreicht ist, wird das Krisenmanagement ausgelöst – wurde noch nirgendwo ausgerufen. Doch acht Bereiche wurden bereits auf Orange gestellt. Heißt: Versorgungsprobleme sind manifest, Handlungsauftrag: Vorbereitung Krisenmanagement. Besonders angespannt ist die Lage bei Erdgas, Erdöl, Rohstoffen, Mikrochips, dem Tankzusatz AdBlue. Auch die Weizenversorgung und Düngemittel sind neben der globalen Nahrungsmittelsituation als wackelig charakterisiert.
Erarbeitet werden derzeit Einschätzungen für Strom, Wasser, Cyber, Arznei- und Medizinprodukte, Fachkräfte, Transportdienstleistungen. In dem Dokument gibt es aber bereits jetzt eine Detail-Analyse, diese ist unterteilt in:
➤ Chipengpässe (erhöhte Kosten/Knappheit) – dies betrifft auch Chips für Maschinenerzeugung von Chips, so ist etwa eine stark erhöhte Monitorknappheit gegeben
➤ Weiterhin massiv erhöhte Schifftransportkosten in Verbindung mit Containerengpässen
➤ Fahrermangel insbesonders für Lastkraftwagen, jedoch auch bei der Bahn
➤ Weiterhin Lieferengpässe Baumaterialien – Verzögerungen/Preiserhöhung
➤ Verdreifachung der Düngemittelpreise
➤ CISCO Netzwerkkomponenten (ebenfalls auf den Chipmangel zurückzuführen)
➤ Inflation und massive Preiserhöhungen für den Endverbraucher
➤ Mahlgetreidepreise weiterhin auf hohen Niveau – Versorgungslage kritischer durch Exportbeschränkungen Ungarns!
➤ EPAL Europaletten
➤ Trafos – Modems für Stromzähler
➤ Futtermittel weiterhin stark verteuert
➤ Paddels für Defibrillatoren
➤ Feldbetten und Zubehör
➤ Alternative Heizmethoden zu Öl, und Gas aufgrund der aktuellen Preissituation
➤ Gasmangel (Preiserhöhungen – Tarifen droht eine Versechsfachung, Knappheiten aufgrund von Sanktionen werden befürchtet)
➤ Verpackungsmaterial und Polymere (Kartons, Kunststofffolien, Kabelummantelungen) Alufolien, Glas, Etikettierung
➤ Defizite Ausbildung
➤ Psychosozialer Aspekt
➤ Geringere Budgetmittel für Innovation aufgrund der Preiserhöhungen
➤ Insolvenzen der Lieferanten bedingt durch Erstausrüster-Verhalten und Preisdruck
➤ Unsicherheit in der weiteren Versorgungssicherheit u.a. aufgrund Ukraine und Covid (Häfen)
➤ Preissituation Rohöl – hier ist jedoch Versorgungssicherheit gegeben
➤ Massive Engpässe Transportkapazität
➤ Einsatz Transportfahrzeuge aufgrund von Zulieferer (Kabelbäume)
➤ Ernteausfall/Reduktion Ukraine
➤ Kaskadeneffekte auch in Bezug auf Gasknappheit möglich (Fernwärme/Fernkälte, Stromausfälle, Düngemittel)
➤ Drohende Stromunterdeckungssituationen in einzelnen anderen Ländern möglich
➤ Facharbeiter und Arbeitskräftemangel im Lebensmittelbereich, Trinkwasser und Abwasserbereich, Güterverkehr, Elektriker
➤ Radionuklidgeneratoren