Droht Gianni Infantino das Ende seiner FIFA-Herrschaft? Nach den heftigen Protesten gegen seine umstrittenen Investorenpläne wird nun offenbar auch an einer personellen Alternative gearbeitet.
Wie "Politico" berichtet, soll PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi intern als möglicher Gegenkandidat für die FIFA-Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr diskutiert werden. Drei hochrangige Fußballfunktionäre bestätigten dem Bericht zufolge, dass der Katarer hinter verschlossenen Türen als ernsthafte Option gilt.
Für viele Fans ist Al-Khelaifi zwar das Gesicht des von Katar finanzierten PSG-Projekts. Gleichzeitig spielte er 2021 aber eine Schlüsselrolle beim Scheitern der umstrittenen Super League. Während zwölf Topklubs Europa spalten wollten, stellte sich PSG auf die Seite der UEFA – das Projekt brach kurze Zeit später zusammen.
Ob Al-Khelaifi tatsächlich gegen Infantino antritt, ist offen. Fest steht aber: Der Widerstand gegen den FIFA-Boss wächst – und erstmals wird öffentlich über einen mächtigen Herausforderer spekuliert.
Der 52-Jährige zählt zu den einflussreichsten Persönlichkeiten im Weltfußball. Neben seiner Rolle als Präsident von Paris Saint-Germain führt er auch den europäischen Klubverband ECA und steht an der Spitze des Medienkonzerns beIN Sports.
Offiziell will Al-Khelaifi von einer Kandidatur allerdings nichts wissen. Ein Sprecher erklärte: "Nasser hat absolut keinen Ehrgeiz, keine Absicht und kein Interesse an einem Amt bei der FIFA."
Zeitgleich verschärft sich auch der Konflikt zwischen der UEFA und Infantino. Europas Fußballverband berief am Donnerstag eine Dringlichkeitssitzung mit seinen 55 Mitgliedsverbänden ein, um eine gemeinsame Linie gegen den Milliardenplan des FIFA-Präsidenten festzulegen.
Die Botschaft soll eindeutig sein: Zieht Infantino seine Investorenpläne nicht zurück, könnten sämtliche UEFA-Verbände FIFA-Bewerbe boykottieren.
Bereits zuvor hatte die UEFA den Vorstoß scharf kritisiert. "Damit wird eine Grenze überschritten, die die Führungsgremien des Fußballs niemals überschreiten sollten", hieß es in einer Stellungnahme.