Jetzt wird es ernst

Infantinos Skandal-Plan: Boykott ab 5. September?

Jetzt wird es ernst im Weltfußball. Nach den Skandal-Plänen der FIFA und Boss Gianni Infantino kündigte die UEFA einen Boykott an: Ab 5. September?
Sport Heute
31.07.2026, 15:57
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Der Skandal-Plan der FIFA, den Weltfußball für Investoren zu öffnen, hat eine breite Front an Opposition für Präsident Gianni Infantino auf den Plan gerufen. Am deutlichsten kam der Protest vom europäischen Fußballverband UEFA, der in einer Dringlichkeitssitzung am Donnerstag einstimmig beschlossen hatte, die Infantino-Pläne nicht nur abzulehnen, sondern sogar mit einem Boykott aller FIFA-Bewerbe drohte, solange dieser Vorschlag auf dem Tisch liege.

Weniger radikal, aber ebenso ablehnend, reagierten derweil erst der nordamerikanische Kontinentalverband CONCACAF und kurz danach der asiatische Verband AFC. Sie lehnten die FIFA-Pläne ebenso eindeutig ab, eine Boykottdrohung kam von diesen Konföderationen allerdings noch nicht. Afrikas Kontinentalverband CAF zeigte sich zumindest einmal grundsätzlich offen, der südamerikanische Verband CONMEBOL hat sich bisher noch zurückgehalten.

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FIFA-Plan: Frist bis 19. September

Zur Erinnerung: Der FIFA-Vorschlag an die Verbände hat die Gründung einer separaten Firma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) vorgesehen. An diesem Unternehmen hätten sich dann Investoren, zu einem Großteil aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump, beteiligen sollen. Konkret seien 20 Prozent der Anteile zum Verkauf gestanden, während die FIFA erklärte, die Mehrheit halten zu wollen. So hätten bis zu zehn Milliarden Dollar im Zyklus bis zur nächsten WM 2030 lukriert werden sollen. Um den Vorschlag anzunehmen, bräuchte es die Mehrheit der 211 FIFA-Mitgliedsverbände, also 106 Stimmen. Und das bis zum 19. September, das ist der von der FIFA vorgegebene Stichtag. Verbände, die davor ihre Zustimmung schriftlich geben, würden schon mit Jahresbeginn 2027 eine Zahlung von knapp 18 Millionen Euro erhalten. Alle Verbände, die nicht zugestimmt hatten, einen deutlich reduzierteren Betrag.

Das Infantino-Vorgehen sorgte jedenfalls für Kopfschütteln. Warum braucht der Weltverband nach dem kommerziell erfolgreichsten Turnier der Geschichte Investoren-Milliarden? Warum muss die Zustimmung so schnell erfolgen? Warum sind schon von Anfang an die Investoren an Bord, ohne die Marktlage zu überprüfen. Und freilich allen voran: Was hätte es für Infantinos Zukunft selbst bedeutet? Der Schweizer darf schließlich nächstes Jahr im März ein letztes Mal als FIFA-Präsident wiedergewählt werden, muss 2031 sein Amt räumen. Dann, so hatte es geheißen, könnte er einfach Geschäftsführer der neuen Firma werden und somit den Weltfußball kontrollieren.

UEFA-Boykottdrohung und Unterstützung

Mittlerweile scheinen die Pläne vom Tisch zu sein. Infantino hat nach den Ankündigungen der drei Kontinentalverbände schon 143 Stimmen gegen sich. Dabei fallen die aus Europa, die UEFA hat 55 Mitglieder, besonders in Gewicht. Denn hier steht eben die Boykottdrohung im Raum. Mit dem Fernbleiben europäischer Teams ginge eine Verwässerung der WM einher. Wie sportlich relevant ist ein derartiges Turnier, ohne europäische Teilnehmer? Schließlich waren bei der letzten Auflage, die Mitte Juli zu Ende gegangen war, drei der vier Halbfinalisten und sechs der acht Viertelfinalisten aus Europa, dazu auch Sieger Spanien. Mit einer derartigen Aussicht dürfte nun auch das Interesse der Investoren, Milliarden in die FFE zu pumpen, enden wollend sein.

UEFA-Boykott ab 5. September?

Während die FFE eigentlich nur drei Turniere in ihr Portfolio aufnehmen sollte – die Fußball-WM der Männer, der Frauen und die Klub-WM – rückt derweil ein anderes Turnier plötzlich in den Fokus der Weltöffentlichkeit: Die U20-Weltmeisterschaft der Frauen. Denn dieses FIFA-Turnier in Polen beginnt am 5. September und damit zwei Wochen vor der FIFA-Frist an ihre Mitgliedsverbände, über den Infantino-Vorschlag abzustimmen.

Mit Gastgeber Polen, sowie den Topfavoriten-Teams aus Spanien, Frankreich, England, Italien und Portugal sind sechs Frauen-Teams aus Europa für die U20-WM qualifiziert. Nimmt die UEFA ihren Boykott ernst, werden diese sechs Teams nicht an der Endrunde teilnehmen. Insgesamt sind 24 Nationen qualifiziert. Schon da könnte der weltweite Fußball ins Chaos gestürzt werden.

Das erste Turnier, das innerhalb der FIFA-Firma FFE liegen sollte, ist die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Das müsste jedenfalls boykottiert werden. Und mehr noch: Im Oktober stehen die Play-offs zur Qualifikation für die Frauen-WM auf dem Programm. Mit Österreich. Das könnte ebenso boykottiert werden.

2026 finden dann auch noch U17-WMs bei Frauen und Männern statt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 31.07.2026, 16:10, 31.07.2026, 15:57
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