Die Bayern bereiten sich auf die neue Saison vor. Deutschlands Meister hat das Trainingslager in Rottach-Egern am Tegernsee bezogen – klassisch der Startschuss für die Vorbereitungsphase des deutschen Rekordmeisters. Und ein Punkt, an dem Weichen gestellt werden.
Nun kristallisierte sich auch heraus, dass drei Münchner Spieler endgültig auf dem Abstellgleis gelandet sind: Joao Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza. Sie alle waren in der letzten Saison verliehen – Palhinha an Tottenham, Boey an Ex-Verein Galatasaray und Zaragoza an die Roma. Und sie alle haben keine Zukunft bei den Münchnern. Sie stehen alle auf der Bayern-Streichliste und sollen gehen. Schon zuvor war durchgesickert, dass Bayern-"Patron" Uli Hoeneß, ebenso am Tegernsee zu Hause, den Münchner Bossen das Loswerden von Altlasten für diesen Transfer-Sommer mit auf den Weg gegeben hatte.
Das haben wir ganz offen kommuniziert, dass wir mit Sacha, Bryan und Joao drei Spieler haben, wo wir sehr offen sind, sie abzugeben", erklärte Vorstand Max Eberl bei der Vorstellung von Bayern-Neuzugang Nathaniel Brown. Und meinte mit Blick auf das Trio weiter: "Sie haben einen Vertrag beim FC Bayern, das haben wir zu respektieren, den haben wir unterschrieben. Trotzdem glaube ich, dass für die Drei die Zukunft beim FC Bayern keine sein wird."
Damit machte nun auch Eberl deutlich, was Sportdirektor Christoph Freund zuvor am Rande des Testspiels gegen Drittligist Wehen Wiesbaden gesagt hatte: "Sie wissen Bescheid, sie trainieren jetzt mit, aber sie werden in unserer Planung keine große Rolle mehr spielen." Palhinha, Boey und Zaragoza seien zwar "gute Spieler" und würden "ordentlich trainieren", aber "der Plan ist, dass sie die nächsten Schritte woanders gehen."
Das Kuriose daran: Kurz nach der Freund-Ansage hatte Mittelfeldspieler Palhinha noch erklärt: "Ich möchte meine Position hier behalten." Zuvor sollen Gespräche mit den beiden Lissabon-Großklubs Sporting und Benfica ohne Ergebnis geblieben sein, genauso wie Gespräche mit Aston Villa. Eberl reagierte: "Wenn sich einer entscheidet, hier zu bleiben, dann wird es relativ hart und kompliziert für ihn, weil er eben keine große Rolle spielen wird. Unser Kader steht, wie wir ihn aufgestellt haben."
Nun bleibt die Frage: Wie viel Geld kann mit dem Trio noch eingenommen werden, nachdem dermaßen offen über den Abgang gesprochen wird. Palhinha kostete vor zwei Jahren 49,5 Millionen Euro, Boey immerhin 30 Millionen Euro und Zaragoza noch 18 Millionen Euro – macht beinahe 100 Millionen Euro. Für Palhinha sollen nun 25 Millionen Euro aufgerufen sein, Boey soll für 15 Millionen Euro gehen dürfen. Bei Zaragoza ist noch alles offen.