Coronavirus

Geimpfte sollen keine "Sonderbehandlung" bekommen

Aus gegebenem Anlass wird die Frage rund um Lockerungen für Geimpfte immer wichtiger. Der deutsche Ethikrat hat sich dagegen ausgesprochen. 
04.02.2021, 17:23

Erst vor wenigen Tagen berichtete "Heute" darüber, ob Corona-Geimpfte von den Maßnahmen der Regierung ausgenommen werden sollten. Auf die Frage gibt es derzeit noch keine Antwort - obwohl davon alles abhängt. Zu dem Thema äußerte sich zuletzt Herwig Kollaritsch. (Mehr dazu hier >>)

Auch beim Österreich-Nachbar Deutschland ist das Thema aktuell. Der deutsche Ethikrat hat sich am Donnerstag allerdings gegen staatliche Sonderregeln für Corona-Geimpfte ausgesprochen. Der Hauptgrund, welchen auch Kollaritsch anführte, sei die Unsicherheit, ob Geimpfte weitere Personen anstecken könnten, argumentierte die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx.

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Sonderbehandlung "ungerecht"

Außerdem hieß es, Corona-Maßnahmen, die gravierende Grundrechtseingriffe beinhalten, müssten für alle zurückgenommen werden - sofern die Lage es zulasse. Zudem würde eine "Sonderbehandlung" für geimpfte Menschen als ungerecht empfunden, solange nicht alle Menschen die Chance auf eine Impfung hätten, erläuterte Sigrid Graumann, Sprecherin der AG Pandemie des Ethikrates.

Abgesehen davon zeigten Studien bisher nicht, dass alle Geimpften nicht mehr ansteckend seien. Daran werde sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern.

Durchgeimpfte Heime sollen Kontaktbeschränkungen aufheben

Der Ethikrat plädiere dafür, in Pflege- und Altersheimen, in denen die meisten Bewohnern geimpft seien, besonders strikte Kontaktbeschränkungen aufzuheben. Zudem setzt sich der Ethikrat dahingehend ein, dass bei sinkenden Infektionszahlen auch andere Kriterien wie die Zahl der Toten und Intensivpatienten für Entscheidungen über eine Lockerung herangezogen würden. Immerhin sei die Begründung für die Einschränkung der Grundrechte die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitswesens, führte Buyx aus.