Österreich ist ein Land der Vereine. Tausende ehrenamtliche Funktionäre sind oft täglich oder mehrmals in der Woche in verschiedenen Organisationen im Einsatz.
Doch gerade in Zeiten der allgegenwärtigen Teuerung kämpfen viele Vereine noch mehr mit finanziellen Problemen als zuvor. Jetzt wird ihnen unter die Arme gegriffen.
"Rasch Unterstützung zukommen lassen"
"Die Teuerung trifft alle gleichermaßen, also auch die Vereine", erklären der Linzer Vizebürgermeister Martin Hajart und die Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer (beide ÖVP). "Umso wichtiger ist es, dass wir den Vereinen, die eine tragende Säule unserer Gesellschaft sind, rasch Unterstützung zukommen lassen."
Dafür sollen die notwendigen Budgetmittel im Gemeinderat am 24. Mai "freigegeben" werden, so die Politiker.
Am 17. April fand ein Sonderstadtsenat statt, der die Auswirkungen von Inflation und Teuerung behandelte. Beim Thema Finanzen herrschte Einigkeit: Rund 1,7 Millionen Euro freie Bundesmittel zum Energiekosten- und Teuerungsausgleich für Linzer Vereine und soziale Unterstützung von Einzelpersonen können verwendet werden.
Geld vom Bund
Das Geld wird vom Bund zur Verfügung gestellt. Zu den 1,1 Millionen Euro - ursprünglich waren sie für eine Impfkampagne vorgesehen – kommen weitere 600.000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIG).
Die Landeshauptstadt erhält aus dem KIG heuer und für kommendes Jahr knapp 26 Millionen Euro Bundesförderung, von denen fünf Prozent als Teuerungsausgleich für Vereine verwendet werden dürfen.
Wie für Privathaushalte werde auch für diese privaten Organisationen das tägliche Leben teurer: "Das geht auch an den Vereinen nicht spurlos vorbei“, betont Hajart. „Sie können die gestiegenen Kosten auch nicht einfach an die Mitglieder weitergeben, denn auch die leiden unter den exorbitant gestiegenen Preisen."
Es sei die Aufgabe der Stadt, in diesem Bereich zu helfen: "Und zwar bei allen Vereinen, ob sie im Sozialbereich, im Sport oder in der Kultur tätig sind", so Hajart. Schließlich seien sie alle "essenzielle Bestandteile unserer Gesellschaft".
"Mit den zur Verfügung stehenden Bundesmitteln könnte die Stadt Linz die Vereinsförderungen im Schnitt um rund zehn Prozent anheben und damit die Teuerung ausgleichen", unterstreicht Lang-Mayerhofer. Wichtig sei vor allem, dass die einzelnen Fachabteilungen je nach Situation und den individuellen Förderbedarf prüfen. Somit gebe es keine Förderung nach dem Gießkannen-Prinzip.