Wer darf die Schweiz bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand–Cortina vertreten? Diese Frage sorgt vor allem im Lager der Schweizer Ski-Männer für Kopfzerbrechen. Zwar führt die Schweiz auch in diesem Winter die Nationenwertung an und darf wie Österreich insgesamt 22 Athletinnen und Athleten nominieren – pro Geschlecht sind jedoch maximal elf Startplätze erlaubt.
Genau darin liegt das Problem: Bei den Männern erfüllen aktuell mehr Fahrer die internen Selektionskriterien, als Olympia-Tickets zur Verfügung stehen. In den Speed-Disziplinen haben gleich zwölf Athleten die Anforderungen geschafft, während es bei den Frauen bislang nur fünf sind. Verletzungen von Lara Gut-Behrami und Michelle Gisin haben die Situation zusätzlich verschärft.
Cheftrainer Tom Stauffer kritisiert die Vorgaben deutlich. Die Reduktion auf elf Startplätze pro Geschlecht sei politisch motiviert und habe "nichts mehr mit Spitzensport zu tun. Die Gender-Thematik führt hier zu weit und ist nicht zielführend", sagte er. Früher durften noch mehr Athleten nominiert werden, inzwischen setzt das IOC konsequent auf Geschlechterparität.
Fix gesetzt sind in der Abfahrt Marco Odermatt und Weltmeister Franjo von Allmen. Dahinter wird es eng: Mehrere Fahrer wie Alexis Monney, Niels Hintermann oder Stefan Rogentin haben die Kriterien erfüllt, doch nicht alle werden berücksichtigt werden können. Ähnlich angespannt ist die Lage im Super-G.
Die letzten Entscheidungen fallen nach dem Weltcup-Wochenende in Kitzbühel. Spätestens nach dem Hahnenkammrennen steht fest, welche Schweizer Athletinnen und Athleten das Olympia-Ticket tatsächlich lösen