Ein geplanter Heimflug von Dublin nach Wien endet für einen Steirer (45) und seine Lebensgefährtin mit einer bösen Überraschung. Statt wie vorgesehen abzuheben, werden die beiden am Sonntagabend von Polizisten aus einem Ryanair-Flugzeug begleitet. Der Flieger muss dafür zurück zum Gate.
Auslöser soll ein Problem mit dem Gepäckfach gewesen sein. Was tatsächlich passierte, darüber gehen die Darstellungen allerdings auseinander. Für das Paar hatte der Zwischenfall teure Folgen: 950 Euro mussten die beiden nach eigenen Angaben für neue Flugtickets bezahlen.
Eigentlich sollte die Ryanair-Maschine am Sonntag (18. Oktober) um 19.30 Uhr von Dublin nach Wien starten. Doch noch vor dem Abflug kam es zu einem Zwischenfall an Bord. Wie die "Krone" unter Berufung auf einen Augenzeugen berichtet, soll sich ein Passagier wiederholt darüber beschwert haben, dass sein Gepäck nicht im Fach über seinem Sitz untergebracht werden konnte.
Die Situation sei daraufhin eskaliert. Schließlich musste das Flugzeug zurück zum Gate, wo die Polizei einschritt. Der betroffene 45-Jährige aus der Steiermark bestreitet allerdings, randaliert oder einen Streit begonnen zu haben.
Der Steirer schildert den Ablauf völlig anders. Er und seine Lebensgefährtin hätten bewusst Sitzplätze beim Notausgang gebucht. Sie hätten "extra Plätze beim Notausgang reserviert, um mehr Beinfreiheit zu haben", erklärt der Mann. Während des Einsteigens beziehungsweise vor dem Abflug habe eine Flugbegleiterin seine Partnerin aufgefordert, ihr warmes Gilet im Gepäckfach zu verstauen.
Die Frau habe das Kleidungsstück ursprünglich als Kopfpolster verwenden wollen. Allerdings sei im Gepäckfach kein Platz mehr gewesen. Daraufhin habe die Mitarbeiterin verlangt, dass die Frau das Gilet wieder anziehe.
Die Aufforderung sorgte beim Steirer offenbar für Unmut. "Ich habe sie schon sehr böse angesehen", räumt der 45-Jährige ein. Mehr sei aus seiner Sicht aber nicht passiert. Kurz darauf seien zwei Polizisten erschienen und hätten ihn und seine Lebensgefährtin aus der Maschine begleitet. "Wahrscheinlich hat denen mein Gesicht nicht gefallen", vermutet der Betroffene. Einen lautstarken Streit oder aggressives Verhalten weist er ausdrücklich zurück.
Nach dem Polizeieinsatz war die Heimreise für das Paar zunächst beendet. Für einen späteren Flug mussten die beiden nach eigenen Angaben neue Tickets kaufen. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 950 Euro. Auch die Wartezeit hatte es in sich: Rund zwölf Stunden verbrachten die beiden am Flughafen Dublin. Erst am Montagmorgen um 7 Uhr konnten sie schließlich nach Wien fliegen.
Für die übrigen Passagiere hatte der Zwischenfall ebenfalls Folgen. Laut Augenzeugen verzögerte sich ihr Abflug um ungefähr zwei Stunden.
Ob das Vorgehen der Flugbegleiterin und der anschließende Polizeieinsatz gerechtfertigt waren, bleibt anhand der bisher bekannten Angaben offen. Der betroffene Steirer will trotz der hohen Zusatzkosten jedenfalls keine rechtlichen Schritte einleiten. "Es steht ja Aussage gegen Aussage", begründet er seine Entscheidung.
So bleibt für das Paar neben der verspäteten Heimreise vor allem eine teure Erinnerung an einen Flug, der wegen eines Kleidungsstücks und eines vollen Gepäckfachs völlig anders verlief als geplant.