Alarmierende Zahlen der ÖGK

Handy, Couch & Co.: Immer mehr Kids stark übergewichtig

Die Zahl der Adipositasdiagnosen bei Kindern steigt deutlich. Neue Zahlen der ÖGK zeigen, wie ernst die Lage ist und was Eltern tun können.
19.10.2026, 13:44
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Handy, Spielkonsole und stundenlanges Sitzen auf der Couch: Bewegung kommt bei vielen Kindern im Alltag zu kurz. Gleichzeitig steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, bei denen starkes Übergewicht festgestellt wird. Neue Zahlen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zeigen jetzt eine besorgniserregende Entwicklung.

Innerhalb von nur zwei Jahren ist die Zahl der bei der ÖGK dokumentierten Adipositasdiagnosen bei Kindern und Jugendlichen von 775 auf 1.415 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von rund 83 Prozent. Erfasst wurden Versicherte im Alter von bis zu 17 Jahren.

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Immer mehr Kinder müssen behandelt werden

Auch bei den ambulanten Behandlungen zeigt sich ein deutlicher Anstieg. Während 2024 noch 503 Kinder und Jugendliche wegen Adipositas ambulant behandelt wurden, waren es 2025 bereits 1.047. Die Zahl hat sich damit mehr als verdoppelt.

Wie verbreitet das Problem ist, zeigt auch eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dem aktuellen österreichischen COSI-Bericht zufolge ist in der dritten Schulstufe rund jeder dritte Bub und jedes vierte Mädchen von Übergewicht oder Adipositas betroffen.

Als mögliche Einflussfaktoren nennt der Bericht unter anderem zu wenig Schlaf, einen hohen Medienkonsum und das Bildungsniveau der Eltern.

Kinderärztin warnt vor zu viel Bildschirmzeit

Ob Computerspiele, Videos oder soziale Netzwerke: Für viele Kinder gehört der Bildschirm längst zum täglichen Leben. Problematisch wird es vor allem dann, wenn dadurch Bewegung und andere Freizeitaktivitäten zu kurz kommen.

"Gaming und Zeit vor dem Bildschirm gehören für viele Kinder und Jugendliche heute zum Alltag. Entscheidend ist jedoch nicht das einzelne Computerspiel. Für ein gesundes Aufwachsen sollten in der Freizeit Bewegung, Zeit für Freunde und für kreative Aktivitäten immer an erster Stelle stehen", erklärt ÖGK-Kinderärztin Gabriele Berger.

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So viel Bewegung brauchen Kinder wirklich

Dabei muss es nicht immer ein Sportverein sein. Schon alltägliche Aktivitäten können helfen, Kinder in Bewegung zu bringen. Für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren werden mindestens 60 Minuten Bewegung täglich empfohlen. Dabei sollten sie sich mit mittlerer bis höherer Intensität bewegen.

Bei Kindergartenkindern liegt die Empfehlung sogar bei mindestens drei Stunden körperlicher Aktivität pro Tag. Davon sollte mindestens eine Stunde auf intensivere Bewegung entfallen. Ob Radfahren, Fangen spielen, Tanzen oder der gemeinsame Spaziergang: Entscheidend ist, dass Bewegung regelmäßig stattfindet.

Davon profitieren Kinder gleich mehrfach. Körperliche Aktivität stärkt nicht nur Muskeln und Knochen, sondern kann auch die Konzentration, das Selbstbewusstsein und die psychische Gesundheit fördern.

Starkes Übergewicht kann krank machen

Adipositas ist nicht nur eine Frage des Körpergewichts, sondern eine chronische Erkrankung. Schon im Kindesalter kann sie gesundheitliche Folgen haben.

Dazu zählen etwa Bluthochdruck, eine Fettleber oder Stoffwechselerkrankungen. Auch die psychische Gesundheit kann darunter leiden.

Wichtig ist laut ÖGK, frühzeitig zu reagieren, ohne Kinder unter Druck zu setzen. Eltern, die sich Sorgen um das Gewicht ihres Kindes machen, sollten sich an einen Kinderarzt wenden.

red, 19.10.2026, 13:44