Erstaunliche Entdeckung

Geretteter Kuscheltiger ist völlig neue Katzen-Art

Ein unscheinbar wie putziges Kätzchen aus Bolivien ist eine Sensation: Mit dem Tilcayo haben Forscher die erste neue Katzenart seit 1923 gefunden.
Newsdesk Heute
18.09.2026, 09:02
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Ein kleiner Wildkater aus Bolivien sorgt in der Forschung für großes Aufsehen. Das Tier, das zunächst wie ein ungewöhnliches Kätzchen wirkte, wurde nun als neue Katzenart beschrieben: Leopardus tilcayo. Es handelt sich laut neuer Studie um die erste neu entdeckte Art aus der Katzenfamilie seit mehr als 100 Jahren.

Wie National Geographic berichtet, begann die Geschichte bereits 2016 mit einem Anruf bei der Biologin Paola Nogales-Ascarrunz. Ein lokales Wildtierzentrum hatte ein Tier übernommen, das als "eine seltsame Katze" beschrieben wurde.

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Ein Mann hatte es als Jungtier auf einer Straße nahe einem Wald gefunden und zunächst für eine Hauskatze gehalten. Nach etwa einem Jahr wurde klar: Dieser gerettete Kuscheltiger gehört nicht ins Wohnzimmer.

Der Kater lebt heute im Senda-Verde-Wildtierrefugium in der Yungas-Region Boliviens. Er ist klein, gefleckt, hat kurze runde Ohren und wirkt mit seinen Rosetten im Fell wie ein Mini-Leopard. Das bekannte Exemplar ist rund 45 Zentimeter lang und wiegt etwa 1,3 Kilo – also deutlich weniger als viele Hauskatzen.

Zunächst wurde der Tilcayo für eine bereits bekannte Tigerkatze gehalten. Erst spätere Vergleiche und genetische Untersuchungen zeigten, dass mehr dahintersteckt. Forschende verglichen komplette Genome von 38 Tieren aus der Gattung Leopardus. Das nun in "Current Biology" veröffentlichte Ergebnis: Leopardus tilcayo unterscheidet sich klar von anderen Tigerkatzen und hat sich vor rund 1,4 Millionen Jahren von verwandten Linien getrennt.

Die Tilcayo haben sich vor rund 1,4 Millionen Jahren als eigene Art getrennt.
Lescroart, Nogales-Ascarrunz et al 2026

Der Name Tilcayo stammt aus der lokalen Bezeichnung für das Tier. Eine gesicherte Bedeutung in Spanisch oder Quechua ist laut den Forschenden nicht bekannt. Fest steht bisher nur: Die Art lebt im Yungas-Wald an der Ostseite der Anden. Was sie frisst, wie viele Tiere es in freier Wildbahn gibt, wie sie sich fortpflanzt oder welche Feinde sie hat, ist noch offen. Bislang ist nur dieses eine Exemplar bekannt.

Das große Unbekannte

Für den Artenschutz könnte die Entdeckung Folgen haben. Denn wenn aus einer vermeintlich weit verbreiteten Tigerkatzen-Gruppe mehrere eigene Arten werden, müssen auch deren Lebensräume und Bestände getrennt bewertet werden. Beim Tilcayo ist genau das besonders wichtig, weil über seine tatsächliche Verbreitung noch kaum etwas bekannt ist.

Nogales-Ascarrunz bringt die Faszination des Fundes auf den Punkt: "Manchmal denken wir, dass das meiste bekannt ist, aber tatsächlich ist es umgekehrt."

Der kleine Kater aus Bolivien zeigt: Selbst bei Katzen, die Menschen seit Jahrhunderten faszinieren, sind noch Überraschungen möglich.

red,18.09.2026, 09:02
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