Der Tyrannosaurus Rex war wohl deutlich aktiver, als es das Bild vom trägen Urzeitkoloss vermuten lässt. Eine neue Analyse von Zahnmaterial des berühmten "Thomas the T-Rex" aus dem Natural History Museum in Los Angeles bestätigt: T-Rex waren warmblütig.
Damit konnte der Dinosaurier seine Körpertemperatur unabhängig von der Umgebung durch eigene Wärmeproduktion konstant halten. Das berichtet ein Forschungsteam im Fachjournal "Science Advances".
Untersucht wurden Zahnschmelzproben von zwei Zähnen des Skeletts. "Thomas" ist ein zu rund 70 Prozent erhaltenes T-Rex-Skelett und zählt zu den bekannten Stücken der Dinosaurierhalle des Museums.
Der Zahnschmelz spielte bei der Untersuchung eine zentrale Rolle. Er gilt als besonders widerstandsfähig und bewahrt chemische Spuren über enorme Zeiträume besser als viele andere Teile des Skeletts.
Die Forschenden suchten nach chemischen Bindungen zwischen bestimmten Varianten von Kohlenstoff und Sauerstoff. Bei kühleren Temperaturen treten diese Bindungen häufiger auf, bei wärmeren seltener. Aus dem Muster im Zahnschmelz ließ sich daher auf die Körpertemperatur schließen.
Das Ergebnis: T-Rex kam auf rund 36 Grad. Damit lag er ungefähr im Bereich eines Elefanten. Zum Vergleich: Beim Menschen sind es etwa 37 Grad, bei Vögeln meist 40 bis 43 Grad.
Für das Bild des Raubdinosauriers ist das wichtig. Warmblütigkeit spricht dafür, dass der T-Rex ein energiegeladenes Tier war – als Räuber oder Aasfresser. Er war also wohl kein Dinosaurier, der erst lange in der Sonne liegen musste, um in Gang zu kommen.
Die Erkenntnis hilft auch zu verstehen, wo T-Rex leben konnte. Laut den Forschenden dürfte er vor rund 66 Millionen Jahren in großen Teilen des damaligen nordamerikanischen Paläokontinents zurechtgekommen sein – auch in höheren und kälteren Breiten.
Wechselwarme Tiere sind vor allem bei niedrigen Temperaturen deutlich langsamer, weil Muskeln und Nerven stärker von der Umgebung abhängig sind. Sie haben aber einen Vorteil: Sie brauchen wesentlich weniger Nahrung als warmblütige Tiere.
Beim T-Rex deutet die neue Zahnanalyse nun klar in eine andere Richtung. Der berühmte Dino war nicht nur groß und gefährlich – sondern offenbar auch innerlich auf Betriebstemperatur.