Verlässt Skydance-Konzern

Nach SPÖ-Knall: Gerhard Zeiler gibt seinen Top-Job auf

Gerhard Zeiler zieht nach der 110-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery einen Schlussstrich. Der Österreicher geht noch im Oktober.
Newsdesk Heute
09.10.2026, 08:35
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Gerhard Zeiler verlässt den US-Medienriesen Skydance. Der Schritt folgt auf die milliardenschwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount und die damit verbundene Fusion der Unternehmen. Das berichtet der "Standard" am Freitag.

Der 71-jährige Österreicher gehörte dort zuletzt als President International zum Spitzenmanagement. Nach der Fusion wurde bekannt, dass er sich aus dem neuen Medienunternehmen zurückzieht. Noch im Oktober will er aus dem Konzern ausscheiden.

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Bereits in den 2000er-Jahren führte Zeiler RTL Deutschland und später die gesamte RTL Group. Ab 2012 verantwortete er das internationale Geschäft beim CNN-Mutterkonzern Turner. Danach folgten Spitzenfunktionen bei Time Warner und Warner Bros. Discovery. Konzernnamen und Eigentümer wechselten mehrfach – Zeiler blieb im Topmanagement.

Nun kommt mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount und dessen Eigentümer Skydance der nächste große Umbau – allerdings ohne Zeiler.

Der Deal hat ein Volumen von rund 110 Milliarden Dollar. Hinter Skydance steht Medienunternehmer David Ellison. Dessen Vater Larry Ellison ist Gründer des Softwarekonzerns Oracle und gilt als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. Mit der Übernahme landen zahlreiche weltbekannte Medienmarken in einem Konzern.

Dazu gehören unter anderem Warner Bros., HBO, Paramount und die Nachrichtensender CNN und CBS News. Gerade die Zukunft von CNN sorgte im Vorfeld für politische Debatten. Kritiker äußerten Sorgen um die redaktionelle Unabhängigkeit des für seine oft kritische Trump-Berichterstattung bekannten Nachrichtensenders. Für CNN soll deshalb ein unabhängiges redaktionelles Aufsichtsgremium eingerichtet werden.

Zeilers Abschied könnte auch finanziell beträchtliche Dimensionen haben. 2024 erhielt der Österreicher laut Unternehmensangaben an die US-Börsenaufsicht SEC eine Jahresvergütung von 14,8 Millionen Dollar. Darin enthalten waren neben dem Gehalt auch Optionen, Aktienzuteilungen und Boni.

Für den Fall seines Ausscheidens nach der Übernahme bestehen zudem Regelungen, die Zahlungen in Höhe von mindestens zwölf und bis zu 24 Monaten bisheriger Bezüge samt Boni vorsehen. Hinzu kommen mögliche Ansprüche aus Aktien. Eine SEC-Meldung vom März 2026 bewertete Zeilers Warner-Aktien mit rund 82,6 Millionen Dollar. Über Berichte, wonach seine gesamten Ansprüche beim Ausscheiden beinahe einen dreistelligen Millionenbetrag erreichen könnten, äußerte sich Zeiler bislang nicht.

Zukunftspläne von Gerhard Zeiler

Der 71-Jährige sorgte zuletzt politisch in seiner Heimat Österreich für Aufruhr: Seine Bewerbung für den SPÖ-Parteivorsitz leitete die Ablöse von Andreas Babler ein. Zuletzt erklärte Zeiler, er unterstütze Finanzminister Markus Marterbauer, der Vizekanzler werden soll. Von einer eigenen Kandidatur ist nicht mehr die Rede.

Welche beruflichen oder politischen Pläne Zeiler nun verfolgt, ist aktuell nicht bekannt. Beobachter erwarten, dass der erfahrene Manager weiterhin eine wichtige Rolle im internationalen Mediengeschäft oder in der österreichischen Politik spielen könnte.

red,Akt. 09.10.2026, 08:44, 09.10.2026, 08:35