Das geplante Mega-Hotel direkt am Hallstätter Seeufer ist vorerst vom Tisch. Das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich bestätigte nun die Abweisung der naturschutzrechtlichen Bewilligung – und erteilte dem umstrittenen Projekt damit eine klare Absage.
Geplant war ein sechsstöckiges Hotel samt Revitalisierung des historischen Amtshauses der Salinen sowie Schutzmaßnahmen gegen Felssturz, Hochwasser und Lawinen. Die Projektgesellschaft hatte gegen den negativen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Gmunden Beschwerde eingelegt.
Man argumentierte, das Projekt integriere sich "vorbildlich" in die Umgebung, außerdem seien touristische und lokale Interessen zu wenig berücksichtigt worden. Das Gericht sah das anders: Vor allem das sensible Landschaftsbild der UNESCO-Welterberegion Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut würde massiv beeinträchtigt.
Besonders kritisch: Der geplante Bau hätte einen bisher unverbauten Wiesenhang direkt am See großflächig verändert. Laut Gericht wäre das Hotel weithin sichtbar gewesen und hätte sich "markant von der bestehenden kleinteiligen Bebauung" abgehoben. Das Ergebnis: eine "erhebliche Störung" des Landschaftsbildes.
Dabei erkannte das Gericht durchaus öffentliche Interessen am Projekt an. Tourismus, regionale Wertschöpfung und ganzjährige Arbeitsplätze seien wichtige Argumente. Trotzdem überwog letztlich der Schutz des einzigartigen Ortsbildes. Ganz vom Tisch ist das Projekt aber noch nicht: Laut Gericht könnte ein deutlich kleiner dimensioniertes Vorhaben neuerlich eingereicht werden.
Trotzdem freut die Entscheidung Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne): "Ich bin erleichtert, dass dieses Projekt gestoppt wurde." Hallstatt lebe von "seinem einzigartigen Bild zwischen See, Berg und Ort. Wer dort einen Megabau in den Hang stellt, nimmt dem Ort ein Stück seiner Seele". Für Kaineder ist das Urteil ein wichtiges Signal: "Tourismus darf Orte stärken, nicht überrollen."
Der Grünen-Politiker zieht auch Parallelen zu einem weiteren umstrittenen Hotelprojekt in Unterach am Attersee. Dort liege ebenfalls ein aus seiner Sicht "völlig überdimensioniertes" Vorhaben auf dem Tisch. Kaineder warnt: "Oberösterreich darf nicht zum Spielplatz für Immobilienprofiteure werden. Unsere Seen, Berge und Orte sind kein Luxusprodukt für einige wenige."