Die Bilder der verheerenden Brände rund um den beliebten kroatischen Urlaubsort Omiš sorgten in den vergangenen Tagen weit über die Landesgrenzen hinaus für Entsetzen. Eine Person kam ums Leben, mehrere Menschen wurden schwer verletzt, außerdem entstanden große Sachschäden.
Ausgerechnet in dieser Situation wollte die kroatische Influencerin Meri Banovac, die vielen noch unter ihrem früheren Namen Meri Goldašić bekannt ist, offenbar mit einem TikTok für Unterhaltung sorgen.
Das ging gehörig daneben.
Banovac veröffentlichte einen Clip, für den sie einen viralen Sound verwendete. Darin geht es um einen Brand in der New Yorker Bronx, wobei die Meldung über Todesopfer auf kuriose Weise wiederholt wird. Der Sound wird auf TikTok üblicherweise humoristisch verwendet.
Über ihren eigenen Clip schrieb Banovac: "Moj fyp zadnjih dana" – zu Deutsch ungefähr: "Meine For-You-Page in den vergangenen Tagen."
Für viele Nutzer war der Zeitpunkt alles andere als lustig.
Nur wenige Tage zuvor hatten die schweren Brände rund um Omiš für dramatische Szenen gesorgt. Dass eine bekannte Influencerin aus Kroatien ausgerechnet jetzt einen humoristisch verwendeten Feuer-Sound für ihren Content benutzte, löste massive Kritik aus.
Banovac bemerkte offenbar schnell, dass ihr Video überhaupt nicht so ankam wie gedacht. Nach eigenen Angaben löschte sie den Beitrag bereits wenige Minuten nach der Veröffentlichung.
Da war es allerdings zu spät.
Andere Nutzer hatten den Clip bereits gespeichert. Das eigentlich gelöschte Video verbreitete sich anschließend über Instagram, TikTok und Reddit weiter. Dort gingen manche User sogar noch einen Schritt weiter und riefen dazu auf, Unternehmen anzuschreiben, die mit der Influencerin zusammenarbeiten.
Schließlich meldete sich Banovac selbst zu Wort und entschuldigte sich öffentlich.
Das Video sei "völlig unüberlegt und unangebracht" gewesen, erklärte sie in einer Instagram-Story. Sie habe selbst kurz nach der Veröffentlichung erkannt, wie unpassend der Clip angesichts der Tragödie sei, und ihn deshalb entfernt.
Sie habe keinesfalls die Absicht gehabt, sich über die Tragödie oder die betroffenen Menschen lustig zu machen. Gleichzeitig versucht Banovac ihre Verantwortung nicht wegzuschieben.
"Die Absicht ändert nichts an der Tatsache, dass ich einen Fehler gemacht habe", schreibt sie. Es tue ihr leid, sie hätte nachdenken müssen, bevor sie auf "Veröffentlichen" drückte.
Interessant: Banovac will nun auch selbst bei der Hilfe für die Betroffenen mitmachen. Laut ihrer Stellungnahme war bereits vor der umstrittenen Veröffentlichung vereinbart worden, dass sie am 19. August an einer humanitären Aktion teilnimmt und Geld für Menschen sammelt, die von den Bränden betroffen sind.
Sie betont ausdrücklich, dass sie das nicht als Rechtfertigung für ihren Fehltritt verstanden wissen möchte. Viel wichtiger sei ihr, dass die Unterstützung der Betroffenen nicht durch die Diskussion über ihr Video in den Hintergrund gerate.
Der Fall zeigt jedenfalls einmal mehr, wie schnell ein vermeintlich lustiger Social-Media-Clip zum Bumerang werden kann. Banovac brauchte nur wenige Minuten, um ihren Fehler zu erkennen und das Video zu löschen – aus dem Internet verschwunden ist es trotzdem nicht.