Hinter dem Namen Nagasaki Litchi steckte ein ganz besonderes Manga-Duo. Denn anders als bei vielen bekannten Mangaka handelte es sich dabei nicht um eine einzelne Person.
Zwei Schwestern aus der japanischen Präfektur Nagasaki arbeiteten gemeinsam unter dem Pseudonym. Die ältere Schwester kümmerte sich um Geschichten und Texte, während die jüngere Schwester für die Zeichnungen verantwortlich war.
Nun muss die ältere Schwester Abschied nehmen. Die jüngere Hälfte des Duos ist verstorben. Nähere Informationen über die Todesursache wurden zunächst nicht öffentlich bekannt.
Bekannt wurden die beiden vor allem durch ihre Comedy-Manga-Serie "Fūrai Shimai". Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Reiko und Shiori Yamamoto – zwei äußerlich völlig unterschiedliche Figuren, die durch ihren eigenwilligen Alltag und absurden Humor miteinander verbunden sind.
Die Geschichte erschien ursprünglich im Manga-Magazin "Fellows!", dem Vorgänger des heutigen "Harta". Insgesamt wurde "Fūrai Shimai" später in vier Sammelbänden veröffentlicht.
Das Besondere daran: Hinter einer Geschichte über zwei Schwestern standen tatsächlich zwei Schwestern.
Nagasaki Litchi entwickelte dabei einen eigenwilligen Stil, der stark von trockenem und teilweise absurdem Humor geprägt war. Selbst die Entstehung des gemeinsamen Künstlernamens wurde mit einem Augenzwinkern erklärt: "Nagasaki" bezog sich auf den Ort, an dem die Schwestern lebten, während die jüngere Schwester "Litchi" schlicht niedlich fand.
Neben "Fūrai Shimai" erschien später unter anderem "Kami Hitoe Rin-chan". Die jüngere Schwester zog sich allerdings bereits 2022 aus der Arbeit als Mangaka zurück.
Damit endete auch die ungewöhnliche kreative Zusammenarbeit der beiden Schwestern.
Die Werke blieben jedoch verfügbar. "Fūrai Shimai" wird bis heute digital angeboten; alle vier Sammelbände der Serie sind weiterhin erhältlich.
Nun erhält das gemeinsame Pseudonym Nagasaki Litchi eine besonders traurige Bedeutung. Die beiden Schwestern teilten sich über Jahre nicht nur ihre Arbeit, sondern sogar ihren Namen als Künstlerinnen.
Mit dem Tod der jüngeren Schwester ist dieses gemeinsame Kapitel endgültig zu Ende.