Conference-League-Finalist Rayo Vallecano hat gut drei Wochen vor dem Saisonstart der spanischen La Liga kein eigenes Stadion. Wegen Sanierungsbedarfs des über 50 Jahre alten Estadio de Vallecas hatte die Madrider Regionalregierung dem Fußball-Erstligisten aus der Hauptstadt die Konzession entzogen.
Das Stadion soll demnach ein Gesundheitsrisiko darstellen. Eine Sicherheitsüberprüfung soll ergeben haben, dass sich Fans im Stadion mit der Legionärskrankheit infizieren könnten. Laut spanischen Medienberichten könnten die entsprechenden Bauarbeiten Monate andauern.
Zwar sei es das Ziel, Rayo "so schnell wie möglich" zurück in sein Stadion zu bringen. Allerdings stünden zunächst "dringende Maßnahmen" an, um die Sicherheit für die bis 15.000 Fans zu gewährleisten, erklärte Mariano de Paco Serrano, Regionalminister für Kultur, Tourismus und Sport, zu spanischen Medien. "Wir haben einen Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt. Der Verein hat die Vorschriften nicht eingehalten, deshalb mussten die Behörden Maßnahmen ergreifen. Was passiert ist, ist unerträglich", erklärte er.
Besonders brisant: Vereinspräsident Raul Martin Presa soll aktuell nicht auffindbar sein. Der Klub sei angewiesen worden, die Wasserqualität zu überprüfen und sei dem nicht nachgekommen. Das Stadion sei undicht, es würde an vielen Stellen der Schimmel wuchern. Und auch der Rasen selbst soll unbespielbar sein.
Der Achte der abgelaufenen spanischen Meisterschaft soll in der kommenden Spielzeit planmäßig am zweiten Spieltag Deportivo Alaves am 20. August empfangen. La Liga-Präsident Javier Tebas erklärte, der Verein verfüge über ein Ersatzstadion, ohne jedoch anzugeben, um welches es sich handelt.