Eisenstangen, Messer, Latten

"Gewalt in derartigem Ausmaß ist für Graz beispiellos"

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen in Graz stehen 17 junge Syrer vor Gericht. Die Anklage umfasst unter anderem schweren Raub und Körperverletzung.
André Wilding
14.09.2026, 09:44
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Auf offener Straße sollen Gruppen aufeinander losgegangen sein, dabei sollen auch Messer, Eisenstangen und andere Waffen zum Einsatz gekommen sein. Nun steht Graz ein umfangreiches Gerichtsverfahren bevor: Gegen 17 Jugendliche und junge Erwachsene wurde Anklage erhoben.

Die Beschuldigten sind zwischen 18 und 21 Jahre alt und gehören laut den Ermittlungen zu einer als "505er" bekannten syrischen Gruppierung.

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Ermittler stießen auf weitere Gruppe

Ausgangspunkt waren laut "Kleine Zeitung" Ermittlungen nach schweren Auseinandersetzungen während der Weihnachtsfeiertage 2024 in der Grazer Innenstadt. Damals waren Dutzende Personen an gewaltsamen Konflikten beteiligt.

Eisenstangen, Messer und Holzlatten kamen zum Einsatz. Zwei Opfer erlitten Stichverletzungen. In einem ersten Verfahren gab es vier Verurteilungen. Die Staatsanwältin beim ersten Prozess gegen einen Syrer-Clan beschrieb die Situation laut "Kleine Zeitung" so:

"Gewalt in derartigem Ausmaß ist für Graz beispiellos. Es sind Jugendliche und junge Erwachsene in zwei verfeindeten Gruppen, die sich zusammengetan haben, um Straftaten zu begehen."

Bei den weiteren Nachforschungen ergaben sich neue Hinweise. "Im Zuge der Ermittlungen ist man auf eine weitere Tätergruppe gestoßen", bestätigt Christian Kroschl, Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft gegenüber der Tageszeitung.

17 junge Männer angeklagt

Die Ermittlungen mündeten schließlich in einer Anklageschrift gegen insgesamt 17 junge Männer. "Ihnen wird absichtliche schwere Körperverletzung, schwerer Raub, gefährliche Drohung und Körperverletzung angelastet", so Kroschl zur "Kleinen Zeitung".

Nach Ansicht der Anklagebehörde sollen sich die Beteiligten zuvor verabredet haben und anschließend in größeren Gruppen zu Auseinandersetzungen auf offener Straße zusammengekommen sein.

Dabei sollen unter anderem eine Pistole, Klappmesser, Eisenstangen, ein spitzer Hammer und ein Holzpflock verwendet worden sein, heißt es in dem Bericht.

Opfer am Boden getreten

Die Betroffenen erlitten laut Anklage unterschiedliche Verletzungen, darunter Stichverletzungen, Rissquetschwunden und Schädelprellungen. Zudem sollen bereits verletzte und wehrlos am Boden liegende Opfer getreten worden sein, berichtet die "Kleine Zeitung".

Wann sich die 17 Angeklagten vor Gericht verantworten müssen, steht noch nicht fest. Ein Termin für den Prozess muss erst fixiert werden. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

wil,14.09.2026, 09:44