Die beiden Übergänge an der Weststrecke in Timelkam liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Besonders jener im Ortsteil Unterau sei laut dem Anrainer mehrmals täglich bis zu zehn Minuten geschlossen. Innerhalb von 24 Stunden seien die Schranken "weit mehr als zwölf Stunden" unten, sagt er gegenüber "Heute".
Die langen Wartezeiten hätten gefährliche Folgen: Immer wieder würden Fußgänger und Radfahrer trotz Rotlicht und geschlossener Schranken über die Gleise gehen. Der Anrainer bekam das aus nächster Nähe mit, sein Zuhause liegt nur wenige Meter vom Übergang entfernt. "Die Züge hupen, wenn sie sehen, dass wer drübergeht. Das höre ich natürlich immer", erzählt er.
Besonders große Sorgen bereitet dem Mann eine Schulbushaltestelle direkt beim Übergang. Dort würden Schüler herumtollen und Fangen spielen – "manchmal bis auf die Gleisanlagen der ÖBB". Auf der Weststrecke würden die Züge in diesem Abschnitt mit mehr als 150 km/h fahren.
"Sollte bei diesem Tempo ein Unfall passieren, gibt es sicher Tote", warnt der Anrainer. Er wünschte sich deshalb die Auflassung der beiden Übergänge. Ein kleiner Umweg über eine mögliche Ersatzverbindung würde ihm nichts ausmachen, sagt er.
Die ÖBB erklären in einem Statement gegenüber "Heute", dass sich die langen Schließzeiten aus den Sicherheitsanforderungen und der hohen Zugdichte auf der Strecke Wien–Salzburg ergäben. Wegen Bauarbeiten im deutschen Bahnnetz seien derzeit außerdem mehr Umleitungszüge unterwegs.
Schäden oder Mängel, welche die sichere Benutzung beeinträchtigten, seien nicht bekannt. Gleichzeitig bestätigt man: "Für die beiden Eisenbahnkreuzungen in Timelkam auf der Weststrecke bestehen konkrete Planungen zur Auflassung." Derzeit liefen noch Abstimmungen über die Finanzierung der dafür notwendigen Ersatzmaßnahmen.
Die ÖBB betonen in dem Statement zudem: "Wir weisen darauf hin, dass die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung einzuhalten sind. Rotlichtsignale und geschlossene Schranken dürfen nicht missachtet werden, da dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt."