Während Urlauber bei Temperaturen knapp unter 40 Grad nach Abkühlung suchen, sorgt die Rekordhitze in Italien für ein unerwartetes Problem: Meer, Seen und Flüsse werden von Algen überwuchert. Statt türkisblau leuchten viele Gewässer mittlerweile grün, gelb oder sogar braun. In mehreren beliebten Ferienorten wurden bereits Warnungen ausgegeben – mancherorts ist das Baden sogar verboten, berichtet die Zeitung "La Repubblica".
Die ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen schaffen ideale Bedingungen für die Ausbreitung verschiedener Algenarten. Seit Juni wurden in mehreren Regionen Grenzwerte überschritten. Betroffen sind unter anderem Apulien, Latium und die Toskana.
Badeverbote gab es bereits an der Küste von Molfetta und Giovinazzo in Apulien sowie in Santa Marinella nahe Rom. Auch in Marina di Pisa, im Raum Palermo auf Sizilien und an einzelnen Stränden bei Genua mussten Badegäste zeitweise auf das Meer verzichten.
Nicht alle Algen sind harmlos. Besonders die Alge Ostreopsis ovata bereitet Experten Sorgen. Sie hat sich in den vergangenen 20 Jahren entlang der italienischen Küsten stark ausgebreitet und kann Atemwegsbeschwerden, Fieber, Übelkeit oder Bindehautentzündungen auslösen.
Andere Arten sind zwar nicht giftig, entziehen dem Wasser aber Sauerstoff oder verursachen unangenehme Gerüche. Das belastet das ökologische Gleichgewicht der Gewässer erheblich.
An der ligurischen Küste wurde die Alge Pyramimonas nachgewiesen, die das Wasser intensiv grün färben kann. Östlich von Genua zeigte sich das Meer zeitweise gelb – ausgelöst durch das Dinoflagellat Alexandrium cf. taylori. Im Golf von Triest wurde zudem die invasive Alge Caulerpa cylindracea festgestellt.
Auch Flüsse bleiben nicht verschont: Abschnitte des Po nahe Turin wirken laut Berichten wie mit grünem Schleim überzogen. Rund um Padua kämpfen Einsatzkräfte mit einer eigenen Task Force gegen Algen, die Kanäle verstopfen.
Am Iseosee in Norditalien wurden bereits mehr als 1.000 Tonnen Algen entfernt. In mehreren Seen gilt das Baden derzeit als riskant.