Mit diesem Fund hatte wohl niemand gerechnet: Eine Leserin der "Kleinen Zeitung" entdeckte am Rand der Conrad-von-Hötzendorf-Straße in Graz einen auffälligen Käfer. Das rund drei Zentimeter große Tier schillerte smaragdgrün bis gülden und zog gemächlich über den Boden.
Für Experten ist der Fund eine kleine Sensation. Laut Erwin Holzer vom Tierpark Herberstein handelt es sich um einen Großen Rosenkäfer, besser bekannt als Goldkäfer (Protaetia aeruginosa). Der seltene Käfer wird in der Steiermark nur alle paar Jahre gesichtet.
Angst muss man vor ihm keine haben, das Tier ist nicht gefährlich. Johannes Gepp vom steirischen Naturschutzbund erklärt: "Wer ihn in seiner Wohnung entdeckt, kann ihn einfach raustragen, er ist sehr stark, tut aber nichts."
Besonders wichtig sei es, den Käfer nicht einfach auf heißem Asphalt liegenzulassen. Idealerweise setzt man ihn auf ein Blatt oder ins Gras. Auf glatten Straßenflächen habe das Tier oft Probleme, sich wieder auf die Beine zu finden.
Der Große Rosenkäfer verbringt den Großteil seines Lebens als Larve im Inneren alter Bäume, meist Eichen. Dort zersetzt er morsches Holz und trägt so zur Bodenbildung bei. Sie werden bis zu 65 Millimeter lang. Die adulten Käfer sind ab Mai anzutreffen und ernähren sich von Baumsaft oder überreifem Obst, aber auch Blütenpollen schmecken Protaetia aeruginosa.
Von der Trockenheit der vergangenen Wochen lassen sich die Tiere übrigens kaum beeindrucken. Laut Gepp reicht der nächtliche Tau aus, damit die Käfer ihren Flüssigkeitsbedarf decken können. Allerdings bleibt auch dieser immer öfter aus.