"Glitchpunk" zeigt sich als neues "Cyberpunk-GTA"

Daedalic Entertainment und Dark Lord haben "Glitchpunk" in den Early Access geschickt. Dort erinnert die Top-Down-Action an alte "GTA"-Titel.

Wer das große Vorbild für "Glitchpunk" war, daraus machen die Entwickler gar keinen Hehl: "Grand Theft Auto 2" hat Pate für den Top-Down-Actiontitel gestanden, während man auch Cyberpunk-Elemente damit verbunden hat. Auch grafisch geht es ganz im Stile der früheren GTA-Titel zu: Aus der Vogelperspektive kann man sich Autorennen und wilde Schießereien liefern, mit Flammenwerfern Fahrzeuge abfackeln oder auch sie einfach entwenden und damit auf Erkundungstour gehen.

Die Geschichte von "Glitchpunk" für PC ist Science-Fiction in Perfektion: Spieler schlüpfen die Rolle einer Androidin, die nicht mehr länger an ihre Programmierung gebunden ist. In einer Gesellschaft, die Androiden zu hassen scheint, stehen wir schnell so gut wie allen anderen Figuren und Gruppen feindlich gegenüber: Die Polizei will uns dingfest machen, die Politik uns verschwinden lassen und Gangs wollen entweder unseren Tod oder unsere Dienste, wenn nötig auch mit Gewalt, erpressen.

Dann lässt man eben die Waffen sprechen

Nicht ganz so ausgefallen ist das Gameplay: Spieler können zwar in der Theorie jede Menge Chaos einrichten und sind frei in ihren Entscheidungen – damit die Handlung und das Spiel aber weitergehen, muss man zwingend Aufträge für die verschiedenen Fraktionen des Spiels erfüllen. Dabei kommt jedoch eine interessante Mechanik zum Einsatz: Jeder erfüllte Auftrag für eine Fraktion verärgert die anderen Gruppen im Spiel – wer den Frieden halbwegs wahren will, muss also versuchen, alle Beteiligten irgendwie zufriedenzustellen.

Dass die Situation regelmäßig eskaliert, ist natürlich so vorgesehen. Und dann lässt man eben die Waffen sprechen. Dazu sind in der ganzen Spiele-Stadt Waffen-Automaten zu finden, aus denen man sich immer stärkere Wummen besorgen kann. Das Kampfgeschehen erinnert mit herumfliegenden Kugeln und sich verteilendem Feuer ebenfalls an "GTA", spielt sich aber durchaus flüssiger und die Schäden an Fahrzeugen sowie die Verwundungen von Spielfiguren sind realistischer. Alternativ kann man noch Technologie um sich herum hacken, wobei man nach und nach stärkere Booster freischaltet.

Die eigene Identität fehlt noch

Das Skill-System zeigt sich interessant, denn abseits vom etwas stumpfen Ballern zeigen sich die freischaltbaren Augmentierungen abwechslungsreich. Sie lassen andere Spielfiguren in einen Amok-Zustand verfallen, später kann man auch gezielt Polizisten auf Gang-Mitglieder hetzen oder Ziele mit in den Verkehr laufen lassen. Das Skill-System hat aber auch noch eine zweite Seite in Form von Modulen: Sie statten unsere Spielfigur mit Spezialfähigkeiten wie einem Dash, Teleportation oder Unsichtbarkeit aus. Sogar die Identität anderer Figuren können wir vorübergehend annehmen.

Keinen Deut besser als "GTA" ist "Glitchpunk" übrigens bei der Steuerung der Fahrzeuge: Sie steuern sich ohne wirkliches Feedback und lassen sich schwer sowie unpräzise kontrollieren – unklar, ob das eine Hommage an "GTA" sein soll oder so gewollt ist. Insgesamt bleibt noch viel zu tun in "Glitchpunk", der Mix aus "Cyberpunk" und "GTA" gefällt aber ganz gut. Vor allem bei der Grafik und der Steuerung ist der "GTA"-Einfluss deutlich zu sehen – bleibt zu hoffen, dass "Glitchpunk" seine eigene Identität da noch stärker herausarbeiten kann. 

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