Global 2000 erstattet Anzeige wegen Glyphosat

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat am Mittwoch Anzeige gegen das Unternehmen Monsanto und die europäischen Zulassungsbehörden erstattet. Es geht um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, das laut der NGO krebserregend ist. Global 2000 kritisiert, dass der Hersteller und die Behörden möglicherweise versucht haben, das Pestizid am Markt zu halten, obwohl es krebserregend ist.

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat am Mittwoch Anzeige gegen das Unternehmen Monsanto und die europäischen Zulassungsbehörden erstattet. Es geht um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, das laut der NGO krebserregend ist. Global 2000 kritisiert, dass der Hersteller und die Behörden möglicherweise versucht haben, das Pestizid am Markt zu halten, obwohl es krebserregend ist.

Wie Global 2000 unterstreicht, ist Glyphosat laut der Weltgesundheitsorganisation WHO "wahrscheinlich beim Menschen krebserregend". Zu dieser im März 2015 kommunizierten Erkenntnis kam auch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC).

Global 2000 will Verlängerung der Zulassung verhindern

Die europäischen Zulassungsbehörden haben jedoch in der Vergangenheit keine Anzeichen für die Schädlichkeit erkannt. Ziel der Umweltschützer ist es, die wiederholte Zulassung zu verhindern. Denn bereits am 7. März soll ein von EU-Mitgliedern entsandtes Expertenkomitee über die weitere Zulassung entscheiden.

Die Umweltschützer analysierten laut eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit dem deutschen Toxikologen Peter Clausing die Hintergründe der Diskrepanz zwischen der Krebseinstufung der WHO und der Einstufung der europäischen Behörden BfR (deutsches Bundesinstitut für Risikobewertung) und EFSA (EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit) sowie des Biotechnik-Unternehmens Monsanto, das Glyphosat bei der Produktserie "Roundup" einsetzt.

Vorwurf: "ungeeignete Auswertungsmethoden"

Durch die Ergebnisse dieser Analyse fühle sich Global 2000 veranlasst, Anzeige zu erstatten und die Unterlagen den Behörden zur Prüfung zu übergeben. "Glyphosat wurde aufgrund ungeeigneter Auswertungsmethoden bei fünf Laborstudien mit Mäusen von Monsanto, BfR und EFSA fälschlich als nicht krebserregend eingestuft", schrieb Global 2000 am Dienstag auf seiner Facebook-Seite.

Laut Rechtsanwalt Josef Unterweger, der die Anzeige bei den Staatsanwaltschaften Wien und Berlin eingereicht hat, erhebt sich der Verdacht, dass europäische Zulassungsbehörden und die Industrie durch die inkorrekte Auswertung von Daten versucht haben, Glyphosat trotz seiner wahrscheinlich beim Menschen krebserzeugenden Wirkung auf dem europäischen Markt zu halten.

Global 2000: Krebsstudien mit Mäusen führten in die Irre

Konkret geht es um fünf Krebsstudien an Mäusen, die Monsanto im Mai 2012 eingereicht hatte, um eine Wiedergenehmigung von Glyphosat zu erhalten. Dort war der Schluss gezogen worden, dass Glyphosat nicht krebserregend ist.

Doch in vier dieser fünf Studien liegt diese Erkenntnis laut Global 2000 nicht OECD-konformen Auswertungsverfahren zu Grunde. Angeblich soll sich das BfR in weiterer Folge auf die statistischen Bewertungen von Monsanto verlassen haben und die EFSA wiederum die Schlussfolgerung des deutschen Instituts übernommen haben.

Facebook-Posting von Global 2000:

 





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