So will Google bis 2030 komplett CO2-frei werden

Google-CEO Sundar Pichai zeigt Quantencomputer in einem Labor in Kalifornien.
Google-CEO Sundar Pichai zeigt Quantencomputer in einem Labor in Kalifornien.Reuters
Ambitionierter Plan: In den Rechenzentren und Standorten des Unternehmens soll nur mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zum Einsatz kommen.

Google-CEO Sundar Pichai hat am Montag in einem Blogpost die Klimastrategie des Tech-Giganten für die nächsten Jahrzehnte skizziert. "Die Wissenschaft lässt keinen Zweifel zu: Die Welt muss jetzt handeln, wenn wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels abwenden wollen", so Pichai, der die aktuellen Buschbrände in Kalifornien als Beispiel für eine akute Auswirkung der Erderwärmung anführte.

CO2-neutral bedeutet, dass CO2-Emissionen bei der Produktion an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden. CO2-frei heißt, dass der Betrieb komplett ohne CO2-Emissionen stattfindet.

Historische Emissionen ausgeglichen

Google arbeitet schon seit 2007 CO2-neutral – das heißt, dass bei der Produktion entstandenes, klimaschädliches Kohlenstoffdioxid durch umweltfreundliche Maßnahmen in anderen Bereichen ausgeglichen wird. Auf diese Weise habe man nun auch den gesamten CO2-Ausstoß neutralisiert, den die Firma zwischen ihrer Gründung 1998 und der CO2-Neutralität 2007 verursacht hat.

Als nächsten Meilenstein will Pichai sein Unternehmen komplett CO2-frei machen. Dazu müsste Google sämtlichen Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Solarenergie beziehen. Bis 2030 wolle man dieses Ziel erreichen – und auf dem Weg dahin zehntausende Arbeitsplätze schaffen. Wie das funktionieren soll? "Heute" hat Google Österreich-Sprecher Wolfgang Fasching-Kapfenberger zur Klimaoffensive befragt.

Fasching-Kapfenberger mit einem Google-Kameraauto in Wien
Fasching-Kapfenberger mit einem Google-Kameraauto in WienDenise Auer

Herr Fasching-Kapfenberger, Google will bis 2030 komplett CO2-frei arbeiten. Nur eine PR-Aktion, oder ein ernstzunehmendes Commitment zum Klimaschutz?

Klimaschutz ist für Google schon seit der Gründung vor 22 Jahren ein wichtiges Thema. Im ersten Jahrzehnt haben wir unsere CO2-Emissionen durch sogenannte “Carbon-Offsets” ausgeglichen. Seit 2017 kaufen wir so viel erneuerbare Energie ein, wie wir als Unternehmen insgesamt an Strom verbrauchen. Unser gerade vorgestellter Plan für das dritte Jahrzehnt bis 2030 ist der bislang ambitionierteste Plan. Der Kampf gegen den Klimawandel braucht mehr Ambition, wir wollen hier vorangehen und andere ermuntern, ebenfalls mehr zu tun.

Google ist bereits seit 2007 CO2-neutral und hat jetzt seinen Energieverbrauch bis ins Jahr 1998 zurück ausgeglichen. Mit welchen Maßnahmen wurde das konkret umgesetzt?

Neben dem Einkauf von erneuerbarer Energie geschieht dies durch Ausgleichsprogramme, also “Carbon Offsets”. Hier investieren wir in zertifizierte Projekte, die nachweislich CO2 oder andere klimaschädliche Gase aus der Atmosphäre entfernen und binden. Beispiele dafür sind Projekte, die Methan aus industriellen Anlagen oder aus der Landwirtschaft abscheiden und anderweitig nutzbar machen. Wichtig ist uns dabei, dass dies qualitativ hochwertige und langfristig wirksame Programme sind, die einen dauerhaft positiven Klimaeffekt haben, der auch überprüfbar ist.

Welche Bedeutung hat Googles Klima-Offensive für die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Entwicklung neuer Technologien?

Um unser Ziel, ohne CO2 zu arbeiten, zu erreichen, brauchen wir neue Technologien. Der Wind weht nicht immer, die Sonne scheint nicht nachts. Deshalb müssen wir beim Einsatz von Wind- und Solarenergie bessere Batterien und Speichersysteme entwickeln, um auch erneuerbare Energie flexibel einsetzen zu können. Zusätzlich investieren wir in neue Anlagen mit insgesamt 5 Gigawatt Kapazität, eine gewaltige Menge. Wir schätzen, dass durch unsere Projekte bis 2030 rund 20.000 neue Jobs entstehen werden, einige tausend davon auch in Europa.

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