Was zunächst nach einem einfachen Verwaltungsakt klingt, entpuppte sich für ein deutsches Ehepaar als teurer Albtraum. Peter und Inge Ilgenfritz wollten das Grab von Inges Eltern in Amberg auflösen – doch das geht nicht so einfach.
Der Grund: Der Grabstein steht unter Denkmalschutz. Und weil das in Bayern so ist, darf er nicht einfach entfernt werden. Das Ehepaar steht nun vor einer unangenehmen Wahl.
Wie chip.de berichtet, müssen die beiden entweder das Grab auf ewig pflegen lassen – oder sich mit einer Einmalzahlung von über 23.000 Euro "freikaufen". Konkret verlangt die Stadt Amberg 23.080 Euro, wenn sie das Grab samt Pflegepflicht übernehmen soll.
Ein Großteil der Kosten entfällt auf die künftige Grabpflege: Rund 15.000 Euro werden dafür veranschlagt. Dazu kommen Ausgaben für das Nachziehen der Schrift, Silikonfugen und die aufwendige Entfernung von Efeu, der bereits tief in den Stein eingewachsen ist.
Für Inge ist die Situation völlig unverständlich: "Es müssten also unsere Urenkel dieses Grab noch pflegen, die überhaupt nicht mehr wissen, wer in dem Grab darin liegt."
Das bayerische Denkmalschutzgesetz verpflichtet Eigentümer, ihre Denkmäler instandzuhalten und vor Gefährdung zu schützen. Selbst wer ein Grab loswerden will, kann das nicht einfach eigenmächtig tun – Änderungen brauchen eine behördliche Erlaubnis.
Allein auf dem Friedhof in Amberg gibt es 78 solcher denkmalgeschützten Grabsteine. Inge versteht trotzdem nicht, warum gerade das Grab ihrer Eltern dazugehört: "Was hat das für einen Wert für den Denkmalschutz? Das sind ganz normale Leute."