Die Serie von Grabschändungen in Niederösterreich reißt nicht ab: Nach ersten Fällen Anfang April in Weigelsdorf und kurz darauf in Berndorf sind nun auch Friedhöfe in Leobersdorf, Pottendorf und Wampersdorf betroffen.
Die ersten Anzeigen gingen laut "monatsrevue.at" am 16. April ein. "Es wurden laut meinen Informationen 12 Gräber geöffnet", sagt Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner. Die Marktgemeinde Pottendorf ist Eigentümerin der betroffenen Friedhöfe.
Die Polizei ermittelt wegen Einbruchdiebstahls und Störung der Totenruhe. Ob tatsächlich Wertgegenstände aus den Gräbern gestohlen wurden, ist noch unklar. In vielen Fällen zeigt sich das erst, wenn Angehörige die Gräber öffnen lassen – eine teure und belastende Prozedur.
Am 22. April kam es in Pottendorf zu ersten Öffnungen durch Steinmetze. Am Vormittag wurde eine Gruft mit drei Blechsärgen geöffnet. Diese waren brutal aufgeschnitten und massiv beschädigt worden. Am Nachmittag folgte eine weitere Gruft: bei vier Särgen zeigt sich ein ähnliches Bild des Grauens.
Für die betroffenen Familien ist der Schock enorm. Nach solchen Eingriffen müssen die Verstorbenen exhumiert und umgebettet werden, bevor sie wieder bestattet werden können. Die Kosten dafür gehen in die Tausende Euro.
Neben der finanziellen Belastung wiegt für viele vor allem eines schwer: die massive Störung der letzten Ruhe ihrer Angehörigen. Wie viele Gräber tatsächlich betroffen sind, ist derzeit noch unklar – die Dunkelziffer könnte höher sein.
Die Täter sind weiter auf freiem Fuß und wohl auch noch aktiv. Die Sorge in der Region wächst, dass sie wieder zuschlagen könnten.