Angehörige tief betroffen

Schon 96 Gräber aufgebrochen: Unheimliche Serie hält an

Die Grabeinbrüche treffen besonders Hinterbliebene hart. Einige kontrollieren auf Friedhöfen, ob auch das Grab ihrer Liebsten geschändet wurde.
Victoria Carina  Frühwirth
18.04.2026, 06:00
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Die schaurige Serie an Grabeinbrüchen in ganz NÖ wird für immer mehr Familien zum Albtraum ("Heute" berichtete). Während die Zahl an bestätigten Grabschändungen scheinbar wöchentlich nach oben korrigiert werden muss, breiten sich vor allem unter Angehörigen Trauer, Wut und Sorge aus.

"Meine Gräber sind mein Heiligtum"

Genau diese Verunsicherung ist jetzt auch auf Friedhöfen spürbar. Wie "ORF NÖ" berichtet, seien zuletzt mehrere Angehörige extra zu den Gedenkstätten gefahren, um nach den Gräbern ihrer Liebsten zu sehen. "Meine Gräber sind mein Heiligtum", sagt etwa eine Friedhofsbesucherin.

Eine andere Angehörige hat nach der letztbekannten Attacke auf dem Friedhof in Berndorf (Baden, NÖ) auch nach möglichen Schäden an einem Grab Ausschau gehalten. Gegenüber "ORF NÖ" erzählt sie später: "Mir wäre nichts aufgefallen, aber es ist erschütternd. Gerade an so einem Platz sollte Frieden herrschen."

Leichen wurden Kiefer herausgebrochen

Für viele Hinterbliebene ist die Vorstellung kaum zu ertragen, dass Gräber geöffnet und die Totenruhe gestört worden sein könnte. Wie die Polizei bekannt gab, wurden an manchen Gräbern in NÖ sogar Särge aufgeknackt! Manchen Verstorbenen sollen Zähne, manchen sogar ganze Unterkiefer herausgebrochen worden sein. Die Diebe waren auf der Suche nach wertvollen Goldzähnen, schließt die Exekutive.

Ob die Diebe jenes Gold auch erbeuten konnten, bleibt überwiegend unbekannt: Hinterbliebene wüssten gar nicht, ob die Verstorbenen zuvor mit Goldzähnen beerdigt wurden und ob diese nun fehlten.

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Das macht den Fall für betroffene Familien besonders grausam: Zur Trauer um einen nahestehenden Menschen und die Wut über die beschädigte Grabstätte (, die teuer repariert werde muss,) kommt die quälende Unsicherheit, was mit den sterblichen Überresten geschehen ist.

Sorge um erneuten Grabraub

Die Polizei geht davon aus, dass mehrere Täter gezielt mit Brecheisen vorgegangen sind. Alleine hätte ein Täter kaum die schweren Grabplatten oder Gruften verschieben oder anheben und die Särge darin aufbrechen können. Die betroffenen Gräber gehören laut Polizei übrigens keiner bestimmten Ethnie, Gruppe oder Gemeinschaft an, gegen die sich die Taten gezielt gerichtet haben können.

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Bis heute wurden keine Täter oder Verdächtigen ausfindig gemacht, die Serie könnte also jederzeit weitergehen. Die Exekutive bittet nun um Hinweise. Wer im Bereich von Friedhöfen in Niederösterreich verdächtige Personen, Fahrzeuge oder sonstige ungewöhnliche Beobachtungen gemacht hat, soll sich bei jeder Polizeidienststelle oder beim Landeskriminalamt Niederösterreich (059 133 30-3333) melden. Bei akuten verdächtigen Wahrnehmungen in oder vor Friedhöfen soll sofort der Notruf 133 gewählt werden.

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