Über 60 Jahre gingen im Don-Bosco-Jugenzentrum in Amstetten Jugendliche ein und aus, konnten hier Gleichgesinnte treffen, sich zum Quatschen verabreden oder von Jugendarbeitern zu ihrem Bildungsweg beraten werden. Auch Workshops wurden hier über Jahre gehalten. Jetzt sollen die Angebote mit einem Schlag enden.
Grund dafür sei der Wegfall von Landesfördermitteln unter Schwarz-Blau. Kritik kommt unter anderem vom "Grünen" Landtagsabgeordneten und Amstettner Gemeinderat Dominic Hörlezeder, der eine Rücknahme der Entscheidung fordert.
Nach Angaben Hörlezeders sei das Don-Bosco-Heim eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche gewesen. Die Einrichtung habe vor allem junge Menschen aus finanziell schwierigen Verhältnissen sowie mit Migrationshintergrund unterstützt. Angeboten worden seien unter anderem Freizeitaktivitäten, Beratung, Mädchenarbeit und Workshops.
„Wenn ein 15-Jähriger keinen Platz mehr hat, wo er nach der Schule hingehen kann, dann ist das ein echtes Problem im Alltag.“Rene PfisterSP-Landesabgeordneter NÖ
Die Grünen schreiben: "Dass der Jugendhort bereits im Februar per drohendem Brief aus der Abteilung Integration informiert wurde und seither im Krisenmodus arbeitet – auf drei Tage pro Woche heruntergefahren –, zeigt, wie rücksichtslos diese Entscheidung getroffen wurde."
Der Grünen-Politiker übt scharfe Kritik an FP-Landesrat Martin Antauer, in dessen Zuständigkeit das Ressort fällt. Hörlezeder sieht in der Streichung der Mittel die Ursache für das Aus der Einrichtung und spricht von einer "Gefährdung der sozialen Infrastruktur" in der Region.
Ähnliche Worte kommen von SP-Landesabgeordnetem Rene Pfister: "Dass ein seit 60 Jahren bestehender Ort für Jugendliche zugesperrt werden muss, weil die schwarz-blaue Landeskoalition Fördermittel streicht, ist eine Frechheit – insbesondere vom zuständigen FPÖ-Landesrat Antauer!"
Es gehe laut Pfister nicht um "irgendeine Förderung, sondern um konkrete Lebensrealitäten von Jugendlichen. Wenn ein 15-Jähriger keinen Platz mehr hat, wo er nach der Schule hingehen kann, dann ist das keine abstrakte Budgetfrage, sondern ein echtes Problem im Alltag."
Aus Sicht der Grünen sei das Don-Bosco-Heim besonders in einer wachsenden Stadt wie Amstetten ein wichtiger Ort der Begegnung und Unterstützung gewesen. Hörlezeder fordert daher, die Entscheidung zu revidieren und die Landesförderung wieder bereitzustellen.
Auch Pfister (SP) fordert von Johanna Mikl-Leitner, Udo Landbauer und Martin Antauer, die Entscheidung wieder zurückzunehmen.