Blamage von Babler-Vertrauter

SPÖ-Putsch: Mail von "ulrike.ludwig68" landete im Spam

Wie dilettantisch der Plan von Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig war, Landeschef Sven Hergovich zu stürzen, zeigen nun "trend"-Recherchen.
Newsdesk Heute
17.04.2026, 13:43
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Neue Details zum Umsturz-Versuch in der SPÖ Niederösterreich liefert nun das Wirtschaftsmagazin "trend": "Politik backstage"-Kolumnist Josef Votzi beleuchtet in einem am Freitag erschienen Text die Hintergründe zu den Querschüssen von Ulrike Königsberger-Ludwig (60).

Wie ausführlich berichtet, wollte die Vertraute von Parteichef Andreas Babler den jungen Parteichef Sven Hergovich absägen und Landeschefin der blau-gelben Landestruppe werden. Sogar eine Postenliste für den Umsturz kursierte bereits in Niederösterreich – "Heute" berichtete.

Königsberger gab auf

Nachdem SPÖ-Ikone Doris Bures und andere Parteigranden hinter den Kulissen intensivst um Vermittlung bemüht waren, zog Königsberger-Ludwig letztlich zurück. In der Sitzung einigte man sich: Sven Hergovich soll als Spitzenkandidat in die Wahl 2028 gehen, Ulrike Königsberger-Ludwig Stellvertreterin werden. Beide gaben sich versöhnlich: Man wolle gemeinsam "an einem Strang ziehen".

Spam-Mail

Wie dilettantisch ihr Umsturz-Plan war, enthüllt nun der "trend". Ihr eilig verfasstes Mail (siehe Kasten) an die 120 Mitglieder des roten NÖ-Parteivorstands verschickte sie von ihrem privaten Mail-Account. Der Absender "ulrike.ludwig68" landete bei einigen Roten anfangs ungelesen im Spam-Ordner, andere hielten es für Fake.

Königsberger-Ludwigs Mail im Wortlaut

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Mitglieder des Landesparteivorstandes, viele von euch haben sich bereits bei mir gemeldet, viele haben gefragt und viele waren von den aktuellen Artikeln betreffend der Ankündigung meiner Kandidatur für den Landesparteivorsitz überrascht.

Darum möchte ich es euch klar als Erste sagen: Ja, ich kandidiere für den Parteivorsitz der SPÖ Niederösterreich. Dass das an die Medien gelangt ist, tut mir leid. Ich habe das bisher nicht kommentiert, weil es mir wichtig ist, zuerst mit euch zu kommunizieren und erst danach mit den Medien.

Mir geht es darum, gemeinsam mit euch wieder mehr Ruhe und Zusammenhalt in die SPÖ Niederösterreich zu bringen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich In den letzten Wochen immer wieder darauf angesprochen, dass die Situation in der Landespartei zur Zeit sehr schwierig ist und von vielen, aus unterschiedlichsten Gründen, als sehr angespannt erlebt wird und ich überzeugt bin, dass das Kraft kostet, Energie bindet – die wir für die eigentlichen Herausforderungen brauchen und es erschwert, als konstruktive Kraft wahrgenommen zu werden – sowohl von unseren politischen Mitbewerbern als auch von den Menschen in Niederösterreich – habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschlossen, als Kandidatin zur Verfügung zu stehen.

Mir geht es dabei darum, gemeinsam mit euch wieder stärker zusammenzuarbeiten und die SPÖ Niederösterreich in eine ruhige, geschlossene und lösungsorientierte Richtung weiterzuentwickeln. In den Gesprächen der letzten Wochen ist auch deutlich geworden, dass es in Teilen der Partei den Wunsch nach personellen Veränderungen gibt. Dass dies in den Medien gelandet ist, war nicht meine Intention – ich hätte davor gerne ein persönliches Gespräch mit Sven geführt. Ein erstes Telefonat hat dazu bereits stattgefunden, weitere Gespräche werden folgen.

Liebe Genossinnen und Genossen, ihr kennt mich – viele von euch seit vielen Jahren. Die Partei ist für mich mehr als Politik, sie ist wie eine zweite Familie für mich. Und genau deshalb ist es mir wichtig, Verantwortung zu übernehmen. Es ist mir ein großes Anliegen, die SPÖ Niederösterreich zu stabilisieren. Das kann ich nicht allein. Dazu braucht es uns gemeinsam. Die Bezirke, die Gewerkschaft, die Referate, die Vorfeldorganisationen und jeden und jede EinzelneN von euch. Ziel ist es gemeinsam mit euch, ein starkes Personalpaket für die Zukunft zu schnüren, das zum Einen ein gutes Angebot für die Menschen in Niederösterreich ist und zum Anderen die größtmögliche Zustimmung der Partei findet. Ein verlässliches, konsensfähiges Angebot für 2028. Diesen Weg möchte ich gerne mit euch gemeinsam gehen. Ich stehe euch auch gerne für ein Telefonat zur Verfügung.

Freundschaft Eure Ulli

Kein sehr professionelles Vorgehen. Ein teilnehmender Beobachter zum "trend": "Sie ist rasch draufgekommen, dass sie mit ihrem Operetten-Putsch nur scheitern kann." Wie ernst sie ihren Übernahme-Plan tatsächlich meinte? "Die Ulli war daher für den von der Wiener Löwelstraße orchestrierten Plan, den Babler-Kritiker Hergovich zu stürzen, sehr ansprechbar", zitiert Votzi einen SPÖ-Insider.

Wie berichtet, kämpft Ludwig auch als Regierungsmitglied mit großen Problemen. Im "Heute"-Politbarometer ist sie zuletzt lediglich 11 Prozent der Befragten positiv aufgefallen. 44 Prozent ist sie auch nach einem Jahr in der Bundesregierung noch kein Begriff.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.04.2026, 13:59, 17.04.2026, 13:43
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