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Gratis-PC an Wiener Schule kostet plötzlich 459 Euro

Niki Glattauer vergibt in "Heute" Noten. Heute: Wie eine Mutter herausfand, dass es sich bei dem Schul-iPad ihres Sohnes um ein Alt(!)gerät handelt.

Niki Glattauer
Niki Glattauer war Lehrer und Schuldirektor und vergibt in "Heute" Noten.
Niki Glattauer war Lehrer und Schuldirektor und vergibt in "Heute" Noten.
Sabine Hertel

Schreibschrift spaltet Österreichs Kinder

Sie sieht gut aus, funktioniert digital besser als alles Vergleichbare und folgt, wenn man ihren Erfindern glauben darf, "den neuesten Erkenntnissen zu Kognition, chirografischer Ergonomie und Lesephysiologie". Die neue Schulschrift. Nämlich: Wiens neue Schulschrift.

Hm. Jetzt hab ich nichts gegen "Times New Wien" (so heißt sie natürlich nicht, sie heißt "Prima", ist endlich schnörkellos und nähert sich damit der Druckschrift an). Aber warum schon wieder ein Alleingang?

Muss denn der "Bundesländerismus" auf dem dafür ungeeignetsten Schlachtfeld, den Schulen, jetzt auch noch die Schreibschrift auseinanderdividieren? Und das Volksschulkind in Wien anders schreiben lernen als das in St. Pölten oder Linz (wo weiter nur die Schulschrift 1995 unterrichtet wird)? Herr Minister Polaschek, machen Sie Nägel mit Köpfen und verordnen Sie "Prima" bundesweit! Oder stellen Sie‘s ab! Aber vereinheitlichen Sie den Sch...äh... die Schrift!

Note: Nicht genügend

Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer war 25 Jahre Lehrer und Schuldirektor in Wien. Er hat bisher 13 Bücher veröffentlicht, alle zum Thema Schule wurden Bestseller. Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.

Die Schulen wurden zurecht geschlossen!

Zum dritten Jahrestag ist die Regierung im Corona-Nachbearbeitungsmodus. Eh gut so. Was mich nur ärgert, ist, wie plötzlich niemand mehr zu dem steht, was er oder sie seinerzeit gesagt oder getan hat. Wenn ich jetzt lese, dass die Schulschließungen ein Fehler gewesen seien, muss ich als damals noch amtierender Schuldirektor sagen: Waren sie nicht.

Im Gegenteil: Es gab weder Impfung noch Medikation, die Zahlen gingen durch die Decke, die Spitäler drohten zu kollabieren, und die ersten Experten wagten die kühne Theorie, dass Kinder genauso ansteckend seien wie Erwachsene (was inzwischen bewiesen ist).

Schulen aller Art – von der Volks- bis zur Tanzschule - waren neben Après-Ski-Bars und Clubs die Hotspots der Ansteckung, und Zigtausende von Lehrerinnen, viele von ihnen 50+, viele vulnerabel, hätten als einzige Berufsgruppe keine Chance gehabt, sich zu schützen. Heute ist Corona passé, damals haben die Schulschließungen Tote verhindert.

Note: Nachprüfung

"Gratis-Computer" kostet plötzlich € 459,-

Wie ließ sich die Regierung für die landesweite Ausstattung der Schüler mit Computern doch feiern! Jetzt stellt sich immer öfter heraus: Husch – Pfusch! So musste die Mutter eines Wiener Gymnasiasten, dessen iPad von einem Tag auf den anderen schwarz blieb, nun feststellen, dass es sich bei dem Gerät um ein generalsaniertes Alt(!)gerät handelt.

Und nicht nur das: Sie soll für das Ersatzgerät 459 Euro zahlen. Abgesehen vom privaten Zeitaufwand – Ausfindigmachen des Händlers, Lösen des Online-Reparaturtickets, wochenlanger Mail- und Telefonverkehr – frage ich: Hieß die Aktion nicht "Gratis-Computer"?

Nina W. ist sauer. "Eineinhalb Jahre hat das iPad gehalten. Dass es gebraucht war, hat uns niemand gesagt, und jetzt kostet mich der Austausch mehr als ein Neugerät. Ich finde das ziemlich unseriös." Ich auch.

Note: Unbefriedigend
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