Grazer Öffi-Chaos – kommt die U-Bahn doch noch?

In Graz wird verkehrstechnisch so einiges auf Schiene gebracht werden müssen. 
In Graz wird verkehrstechnisch so einiges auf Schiene gebracht werden müssen. Willfried Gredler-Oxenbauer / picturedesk.com
In Graz herrscht noch immer Unklarheit über das zukünftige Verkehrskonzept. Nach wie vor im Rennen: eine U-Bahn durch die steirische Landeshauptstadt.

Es galt als großes politisches Ziel vom ehemaligen Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl: eine U-Bahn in der zweitgrößten Stadt Österreichs. Doch Nagl ist seit der Gemeinderatswahl, die sensationell die Kommunistin, Elke Kahr, im September 2021 gewonnen hatte, Geschichte. Nun steht Graz dennoch vor der großen Frage, wie man sich auf den Schienen neu aufstellen will. 

Expertengremium sieht unterirdische Lösung möglich 

Das Thema Verkehr wurde zu einem bestimmenden Politikum im vergangenen Wahlkampf in Graz. Um etwas Feuer aus der Sache zu nehmen, wurde ein von allen Parteien beschicktes Expertengremium einberufen, das die beste Lösung küren sollte. Nun liegt nach über einem Jahr der Bericht der Fachleute vor. 

Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, geben die Experten keine klare Empfehlung für ein bestimmtes Projekt ab, jedoch geht aus dem Bericht hervor, dass eine unterirdische Lösung einige Vorteile mit sich bringen würde. So ist die U-Bahn, wie sie Nagl wollte, weiterhin in Graz im Gespräch. Doch auch die SPÖ-Variante eines S-Bahn-Rings um die Stadt zusätzlich zum flächendeckenden Ausbau des Straßenbahnnetzes bleibt am Tisch. 

Ziel der steirischen Landeshauptstadt ist es jedenfalls, den Wegeanteil der öffentlichen Verkehrsmittel von 19,6 Prozent auf 30 Prozent zu steigern. Laut dem Expertenbericht würde die U-Bahn, die mit zwei Linien gebaut werden soll, diesem Wert mit 24,6 Prozent noch am nächsten kommen. Der Verkehrsplaner Willi Hüsler plädiert hingegen für einen langen S-Bahn-Tunnel, der laut Bericht für Pendlerinnen und Pendler einen größeren Vorteil bringen würde. 

Die Politik ist nun gefragt 

Auf welche Lösung sich die Politik schließlich einigt, bleibt vorerst abzuwarten. Festgehalten wird im Bericht: "Jedenfalls notwendig sind der Ausbau der Straßenbahn und der S-Bahn. Darüber hinaus kann die höchste Wirkung durch eine unterirdische Lösung in der Kernstadt erzielt werden."

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