"Die Klimakrise ist eine unmittelbare Bedrohung"

Greta Thunberg verweist darauf, dass es wichtig sei, die Klimakrise nicht während der Coronavirus-Pandemie zu pausieren.
Die vegangenen Tage waren bei Greta Thunberg und den anderen Klimaschützern recht geschäftig. Zum einen fand die Fridays for Future-Bewegung im großen Rahmen statt, es gab Großveranstaltungen anlässlich des Globalen Klimastreiks und des Tags der Erde und Thunberg führte ein Gespräch mit einem Klimaforscher.

Darin weist sie darauf hin, dass die Klimakrise zwar keine sichtbare, jedoch eine genauso unmittelbare Bedrohung von globalem Ausmaß sei, wie das Coronavirus. In der öffentlichen Wahrnehmung trete die Klimakrise zwar aufgrund der Corona-Pandemie in den Hintergrund, doch sei sie genauso präsent, wenn sie auch nicht so sichtbar sei.



"Die Klima-Krise ist auch eine direkte Bedrohung"


CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Am "Tag der Erde" erinnerte sie daher im Gespräch mit dem Potsdammer Klimaforscher Potsdamer Klimaforscher Johan Rockström daran, dass für den Klimaschutz wichtig sei, die erforderlichen Handlungsveränderungen nicht zu pausieren, auch wenn die Corona-Krise ein kurzzeitiges Aufatmen des Klimas bedeute, weil der öffentliche Stillstand sich positiv auf die Umwelt auswirke. "Auch die Klimakrise trifft uns. Sie ist auch eine unmittelbare Bedrohung. Selbst wenn sie nicht so unmittelbar ist wie die Coronakrise, so wird sie doch uns selbst und vor allem anderen, Menschen in allen Teilen der Welt treffen. Das tut sie bereits jetzt," so fasst es die schwedische Klimaaktivistin zusammen.

Der Handlungsrahmen nach der Corona-Pandemie müsse jedoch ein anderer sein. 11 der 12 wärmsten Jahre in Europa haben immerhin in den vergangenen zwei Jahrzehnten stattgefunden.

Die Coronavirus-Krise beweise auch wie schnell die Welt auf Krisen reagieren kann, wie sich an den schnell getroffenen Maßnahmen der einzelnen Regierungen zeige. Mit diesem Wissen ausgestattet, solle auch die Klimakrise nachhaltig behandelt werden. Denn sie würde viele Menschenleben kosten: "Unser Handeln kann für viele Menschen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen," so Thunberg. Die Entscheidungsträger seien dazu angehalten, beim Klimaschutz eine ebenso schnelle Reaktionsgabe zu besitzen.

Corona-Krise zeigt wie schnell und in welchem großen Ausmaß wir handlungsfähig sind

Neben den negativen Konsequenzen des Coronavirus sei diese neue Chance deutlich und die Verantwortung, die der Mensch für die Umwelt hat: "Aber eine Sache zeigt es uns auch: Dass wir in Krisenzeiten handlungsfähig sind und schnell reagieren können", sagt die 17-Jährige, die mit ihren Schulstreiks für den Klimaschutz eine globale Bewegung ausgelöst hat. "Auch wenn wir [beim Klimaschutz] anders handeln müssten als in diesem Fall, können wir schnell aktiv werden, unsere Gewohnheiten ändern und eine Krise auch wie eine Krise behandeln."

"Der Earth Day erinnert uns daran, dass das Klima und die Umwelt weiter in Not sind", sagte sie. "Wir müssen in der Lage sein, mit beiden Krisen gleichzeitig zu hantieren." Rockström betonte zudem, dass die Klima-Krise und die Coronavirus-Krise nicht getrennt voneinander betrachtet werden sollten, sondern beide Teil einer globalen Krise seien: "Die Corona-Krise kam nicht wie ein schwarzer Schwan. Wir haben vorhergesehen, dass so etwas passieren kann. Globale Erwärmung und die Vernichtung von Ökosystemen erhöhen die Risiken für Pandemien." Er hoffe, dass man nach der Krise nicht wieder in die alte Welt zurückspringen werde.

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