Eltern in Liesing: "Teenie-Banden terrorisieren Kinder"

Verhaftung einer Jugendbande in Rudolfsheim (Leserreporter-Symbolbild)
Verhaftung einer Jugendbande in Rudolfsheim (Leserreporter-Symbolbild)Leserreporter
Mehrere Eltern berichten von Jugendbanden, die in einer Liesinger Gegend ihre Kinder terrorisieren. Das Problem ist der Polizei bereits bekannt.

Schon seit geraumer Zeit sorgen Jugendbanden im 23. Wiener Gemeindebezirk für Unruhe. Immer wieder klagen Wiener über gestohlene Gegenstände wie Scooter und Fahrräder, Sachschäden und Übergriffe auf ihre Kinder. Eine 49-jährige Wienerin berichtet im "Heute"-Talk, sie habe inzwischen Angst, ihren 10-jährigen Sohn alleine durch die Nachbarschaft streifen zu lassen.

"Mein Sohn wurde schon mehrmals attackiert, sein neues Fahrrad wurde von einem anderen Kind kaputt geschlagen. Ihm wurde eine Glasflasche nachgeworfen und ein anderer Bub hat mit einer Steinschleuder Nägel auf ihn geschossen. Ich höre oft von Bekannten, dass ihren Kindern von 3-4 älteren Jugendlichen aufgelauert wird und sie ausgeraubt werden. Man hat das Gefühl, die Nachbarschaft ist kein sicherer Ort mehr. Wir haben sogar einmal eine Schreckschusspistole im Gebüsch beim Spielplatz gefunden", berichtet die 49-Jährige.

Polizei ist Problem bekannt

Die Wiener Polizei ist in der Sache nicht untätig. Ein Sprecher berichtet gegenüber "Heute": "Die Problematik ist dem Stadtpolizeikommando Liesing und auch den zuständigen Polizeiinspektionen bekannt. Intensive Streifentätigkeiten und Kontrollen werden durchgeführt. Wir sind über jeden Hinweis seitens der Betroffenen oder etwaiger Zeugen dankbar, um noch zielgerichteter präventiv zu arbeiten."

Die 49-jährige Mutter ist zwar froh über die Unterstützung der Beamten, längerfristig würde sie sich aber eine nachhaltigere Lösung wünschen. "Ich bin in der Gegend aufgewachsen und man merkt, wie einfach alles immer enger geworden ist. Es wurden hunderte neue Wohnungen gebaut, aber es sind keine neuen Schulen dazugekommen. Es gibt zu wenig Angebot für Kinder und Jugendliche, um sich auszutoben. Man könnte etwas planen, was Teenager anspricht, einen Skatepark oder eine Fläche, wo es erlaubt ist, Graffitis zu machen", erzählt die Wienerin. 

Bezirksvorsteher bittet um konkrete Tipps von Bürgern

Im Büro der Bezirksvorstehung scheint die Sache noch kein konkretes Thema zu sein. Im "Heute"-Talk verrät Bezirksvorsteher Gerald Bischof aber, dass die richtige Infrastruktur schon vorhanden sei, um das Problem zu lösen. "Wir haben Streetwork-Teams, das sind Jugend- und Sozialarbeiter, die sich um solche Themen kümmern. Wenn wir Informationen von der Bevölkerung bekommen, wo es Probleme gibt, schicken wir sofort jemand hin. Die Sozialarbeiter treffen sich dann mit den Jugendlichen und sprechen mit ihnen. Wir tun gerne proaktiv etwas, dazu müssen wir aber wissen, wo das Problem liegt", berichtet Bischof.

Informationen können gerne unter gerald.bischof@wien.gv.at oder telefonisch an die Bezirkshauptmannschaft unter 01 4000 23111 gegeben werden. 

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