Otto Addo war bedient. Besonders die zweite Halbzeit bei der 1:5 (0:1)-Niederlage gegen die ÖFB-Elf hatte dem Fußball-Nationaltrainer Ghanas die Laune gründlich verhagelt. "Die zweite Hälfte", sagte Addo nach der Demütigung in Wien, "war ein großes Desaster". "Natürlich gab es knappe Schiedsrichterentscheidungen, die nicht in unsere Richtung gingen, aber wir dürfen uns auch nicht so abschlachten lassen."
Nach dem Pausenrückstand durch den Dortmunder Marcel Sabitzer fiel der WM-Teilnehmer aus Afrika nach dem Wechsel auseinander. Michael Gregoritsch, Stefan Posch, Debütant Carney Chukwuemeka sowie Nicolas Seiwald trafen für Österreich. Auch der zweite Debütant, Paul Wanner, konnte überzeugen. Nach seiner Einwechslung zur Pause riss er das Spiel an sich und brachte mit starken Verlagerungen Tempo ins Spiel der ÖFB-Elf.
"Das zweite Tor war ein Geschenk, dann ist es schwierig hier in Österreich. Die zweite Hälfte war nicht gut genug von uns. Jeder spielt um die WM, wir müssen intensiver sein. Wir haben große Lektionen zu lernen", sagte Addo.
Am Montag (20.45 Uhr/ARD) trifft Ghana in Stuttgart auf Deutschland. Bis dahin muss der gebürtige Hamburger Addo seine Mannschaft wieder aufrichten. "Es war ein schwieriger Abend. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt so verloren haben. Es ist wirklich enttäuschend. Es ist eine Packung, die wir jetzt erst einmal verdauen müssen", sagte Addo.
Vor Deutschland hat der ehemalige Bundesliga-Profi großen Respekt. "Deutschland ist immer für einen Titel gut, ich rechne immer mit Deutschland", sagte der 50-Jährige dem SID und fügte an: "Deutschland ist immer oben mit dabei, hat sehr, sehr gute Spieler, einen sehr, sehr guten Trainer."