Zwölf Menschen teilen sich seit Monaten eine gerade einmal 61 Quadratmeter große Wohnung in einer Gemeindebausiedlung in Wien-Hietzing. Für die Nachbarn in der Camillianergasse sorgt die Situation zunehmend für Ärger. Sie berichten in der "Kronen Zeitung" von Lärm, Müll und heftigen Auseinandersetzungen.
Bereits zuvor hatte sich ein Anrainer mit einem Brief an Bürgermeister Michael Ludwig gewandt. Darin war von Streit, Lärm und Polizeieinsätzen die Rede.
Bei der Zahl der Bewohner gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Während Wiener Wohnen von zehn Personen sprach, war im Schreiben des Anrainers von zwölf die Rede, berichtet die Tageszeitung.
Nach Angaben von Anrainern soll die Mutter geschieden sein und ihr neuer Mann fünf Kinder mitgebracht haben. Dazu komme ein gemeinsames Kind. Zuletzt sollen laut "Krone" auch die Schwiegereltern eingezogen sein, um bei der Betreuung der Kinder zu helfen.
Damit würden vier Erwachsene und acht Kinder gemeinsam auf 61 Quadratmetern leben. Nun schildern Nachbarn weitere Probleme. Neben Lärm und Rauch von der Terrasse geht es dabei vor allem um Müll und die alte Bausubstanz.
"Diese Häuser sind extrem anfällig auf Schimmel", erklärt ein Anrainer im Gespräch mit der "Kronen Zeitung".
Auch die Mülltonnen seien angesichts der vielen Bewohner rasch voll. Laut einem Nachbarn verteile sich der Abfall anschließend teilweise über die gesamte Anlage.
"Wenn am Freitag die Müllabfuhr kommt, ist die Tonne spätestens am Montag voll. Dann liegen überall in der Anlage die Mistsäcke herum. Und wenn sich dann die Tiere daran zu schaffen machen, liegt der Abfall dann auch auf der Straße", ärgert sich ein Anrainer in der "Krone".
Die große Zahl an Bewohnern mache sich laut Nachbarschaft außerdem beim Wasserverbrauch bemerkbar. "Zwölf Leute duschen nun mal mehr als drei", erklärt der Anrainer weiter.
Wer die Familie auf Probleme anspreche, müsse laut einem Anrainer mit heftigen Reaktionen rechnen. Er berichtet, nach einer Beschwerde persönlich beschimpft worden zu sein.
"Ich muss mir anhören, dass ich ein Nazi sei, weil ich sie auf ihr Fehlverhalten angesprochen hatte", schildert der Nachbar in der "Krone". Mehrere Videos sollen solche Auseinandersetzungen zeigen.
Die angespannte Situation in der kleinen Wohnanlage hält damit weiter an. Für die Nachbarn sind vor allem die beengten Wohnverhältnisse und die daraus entstehenden Konflikte ein zunehmendes Problem.