Von einem "historischen Ergebnis" spricht Niederösterreichs Grünen-Chefin Helga Krismer und gratuliert dem St. Pöltner Team mit Spitzenkandidat Walter Heimerl-Lesnik. Die Grünen haben mit ihrem aktuellen Wahlergebnis von rund 9,7 Prozentpunkten zwar die 10-Prozent-Hürde verfehlt, aber das Ergebnis der FPÖ vor fünf Jahren (8,92 Prozent) eingeholt und ein Mandat (zu den bestehenden drei, Anm.) dazugewonnen. Ein Mandat halten auch die NEOS – immer noch.
"Das heutige Wahlergebnis ist das beste grüne Ergebnis der Geschichte in St. Pölten. Dieser Erfolg ist das Resultat eines enorm engagierten Wahlkampfs unseres gesamten Teams vor Ort", fasst Krismer den heutigen Wahlsonntag zufrieden zusammen. Spitzenkandidat Walter Heimerl-Lesnik sei es zu verdanken, dass bei dieser Wahl auch klar gegen die "rote Betonpolitik" gewählt wurde. "Wir stehen ab sofort für Gespräche bereit", sagte dieser im Zuge der Wahl.
Schon vor seiner Zeit im Gemeinderat engagierte sich dieser in verschiedenen Bürgerinitiativen und sozialen Bewegungen – etwa bei "S34 sinnlos" im Widerstand gegen die Schnellstraße S34. Dieses Engagement präge seine politische Arbeit rund um die Themenbereiche Bau, Verkehr und Stadtentwicklung, schreiben die Grünen St. Pölten und sehen ihren Spitzenkandidaten als "klar in der Haltung, konsequent im Einsatz und immer nah bei den Menschen." Das hat immerhin einen Stimmenzuwachs von 1,65 Prozent gebracht.
"Obwohl wir unser Team komplett neu aufgestellt haben, konnten wir unser Mandat halten", heißt es von den NEOS in einer ersten Reaktion. Spitzenkandidat Bernd Pinzer wertet das als "enormen Vertrauensvorschuss, für den ich mich bei den Wählerinnen und Wählern von Herzen bedanke."
Die NEOS seien eine ehrliche, konstruktive, aber auch unbequeme Stimme im Gemeinderat, ergänzte Pinzer und kündigte an: "Wir werden konsequent aufzeigen, wo die Stadt Reformen umsetzen und im System sparen muss, um Schulden abzubauen. Denn nur mit klaren Maßnahmen wird es gelingen, Vertrauen in die Politik zurückzugewinnen."
Dass die Wahlbeteiligung erneut niedrig sei, versteht man bei den NEOS als Auftrag, die Handlungsfähigkeit der Politik unter Beweis zu stellen und die Demokratie zu stärken, sagte die Landesparteivorsitzende der NEOS, Indra Collini. In den kommenden fünf Jahren werde man das bestehende Mandat im Gemeinderat dazu nützen, um "der Reformmotor" in Niederösterreichs Landeshauptstadt zu sein, der "Strukturen aufbricht und St. Pölten wieder finanziellen und politischen Gestaltungsspielraum verschafft."