Wir sind mitten im Spätherbst – und viele Wiener blicken schon jetzt mit Grauen auf die nächste Heizkostenabrechnung. Kein Wunder: Mit Jahreswechsel steht für alle Kunden der Wiener Fernwärme die nächste Teuerungswelle an, berichten die Grünen in einer Aussendung.
Nach den drastischen Erhöhungen der vergangenen Jahre steigen die Fernwärmepreise nun erneut um 15 Prozent. Damit spitzt sich die Belastung durch hohe Energiekosten für über 470.000 Haushalte in Wien weiter zu, so der Parteivorsitzende der Wiener Grünen, Peter Kraus.
"Die Wiener leiden seit Jahren unter überhöhten Fernwärmepreisen – und die Belastung spitzt sich weiter zu. Die Idee, dass sich die Wien Energie selbst reguliert, funktioniert schlicht nicht. Bürgermeister Ludwig hätte mehrfach eingreifen können – hat es aber nicht getan. Es ist jetzt höchste Zeit, dass der Bürgermeister die Energiepreise senkt und eine unabhängige Kontrollbehörde schafft", so Kraus.
Seit Jahren würden die Wiener Monat für Monat Fernwärmepreise zahlen, die in keinem Verhältnis zur allgemeinen Energiepreisentwicklung stünden. Bei unterschiedlichen Preisvergleichen, zum Beispiel über die Plattform "waermepreise.at", würde sich zeigen: Wien befindet sich im Spitzenfeld, heißt es in der Aussendung.
Bei der Fernwärme handelt es sich zudem um ein Monopol – Kunden haben keine Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln. Um diese Preisgestaltung zu regulieren, existiert eine Preiskommission, deren Vorschläge der Bürgermeister genehmigen oder ablehnen kann.
"Damit hätte Bürgermeister Michael Ludwig die Möglichkeit, Energiepreise zu senken und in überhöhte Tarife einzugreifen", heißt es. Die Teuerungsspirale bei der Fernwärme begann 2022, als Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) eine massive 92 %-ige Preiserhöhung bei der Fernwärme zuließ, so Kraus. In den Jahren 2023 und 2024 erzielte das Unternehmen immerhin einen Gewinn von 850 Millionen Euro.
Anstatt die Preise tatsächlich zu senken, arbeite Wien Energie mit Rabattmodellen:
Der hohe Höchstpreis bleibe bestehen, werde aber durch Nachlässe künstlich reduziert, um ein vermeintlich "angemessenes Niveau" zu schaffen. Diese Rabatte würden nun mit Jahreswechsel gekürzt.
Und das sei erst der Anfang, warnt Kraus: Die Wien Energie könne die Rabatte weiter reduzieren, bis der viel zu hohe Höchstpreis vollständig ausgeschöpft ist. Dieser liege aktuell bei unverhältnismäßig hohen 160 Euro/MWh ohne Rabatte. Zum Vergleich: In Linz liege der Höchstpreis bei 81,59 Euro/MWh.
Kraus kündigt an, dass er kommende Woche im Wiener Landtag einen Antrag mit mehreren Forderungen einbringen wird, darunter die Einberufung der Preiskommission, um die Preisgestaltung neu zu bewerten und mehr Transparenz durch eine unabhängige Kontrollbehörde.