Gudenus verstand Warnung vor Ibiza-Falle nicht

Ein befreundeter Unternehmer soll Johann Gudenus bereits vor dem Treffen auf Ibiza vor dem Lockvogel gewarnt haben: Die Frau sei nicht, wer sie zu sein vorgeben würde.

Heute weiß die ganze Welt, dass das private Treffen zwischen Heinz-Christian Strache, Johann Gudenus und der angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen in einer Finca auf Ibiza eine von langer Hand geplante Falle war. Im Nachhinein ist nun mal jeder gescheiter.

Doch es wäre beinahe alles anders gekommen. Ein befreundeter Unternehmer soll Gudenus, damals noch geschäftsführender Klubobmann der FPÖ, vor dem Lockvogel gewarnt haben. Das berichtet der "Kurier" am heutigen Mittwoch.

Die Russin, die sich Gudenus als Aljona Makarowa vorstellte, hatte wenige Tage vor dessen Hochzeit Kaufinteresse an einem Grundstück im Besitz seiner Familie samt Jagd im Waldviertel vorgespielt. Sie soll dafür das Fünffache des Marktwerts geboten haben.

Hier kommt auch der Wiener Rechtsanwalt M. ins Spiel. Sieben Millionen Euro wollte der Lockvogel bei ihm dafür hinterlegt haben.

Warnung nicht als solche verstanden

Als Gudenus einem befreundeten Unternehmer davon erzählte, riet dieser ihm zu Vorsicht. Die "schoafe Russin" könne nicht, wie vorgegeben, eine Verwandte des Oligarchen Igor Makarow sein. Dieser habe keine Geschwister, da seine Mutter bereits verstorben war, als er erst vier Jahre alt war. Der Vater soll überhaupt bereits vor Makarows Geburt verschwunden sein.

Eine Darstellung, die der Mann auch bereits gegenüber der Staatsanwaltschaft Wien zu Wort gab, als er als Zeuge zur Person der vermeintlichen Oligarchen-Nichte einvernommen wurde.

Gudenus allerdings hätte später angegeben, die Warnung nicht als solche verstanden zu haben. "Mein Mandant hat nichts von der Intensität einer Warnung vor dieser Person wahrgenommen", wird dessen Anwalt Heinz-Dieter Schimanko im "Kurier" zitiert.

Was die "schoafe Russin" wollte, schildern die beiden deutschen Aufdecker-Journalisten Frederik Obermaier und Bastian Obermayer jetzt im Buch "Die Ibiza-Affäre". Inklusiver neuer Details zur Rauschnacht von Gudenus und Strache.

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(red)

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