Bis zu 20 Millionen Euro könnten Wiener Haushalte beim Strom sparen – doch ein Großteil profitiert derzeit noch nicht vom günstigeren Netzentgelt. Grund dafür ist eine notwendige Einstellung beim Smart Meter.
Seit April gibt es den sogenannten "Sommer-Nieder-Arbeitspreis" (SNAP). Wer seinen Stromverbrauch möglichst in die sonnigen Mittagsstunden verlagert, zahlt zwischen 10 und 16 Uhr um 20 Prozent weniger Netzentgelt. Der Rabatt gilt jährlich von 1. April bis 30. September.
In Wien sind dafür die Wiener Netze zuständig. Doch damit der Rabatt greift, muss der Stromzähler auf Viertelstundenmessung umgestellt werden. Genau daran hapert es offenbar.
Nach Angaben der Wiener Netze sind von insgesamt rund 1,6 Millionen Anschlüssen bisher nur etwa 310.000 Haushalts-Zählpunkte für die Viertelstundenmessung freigeschaltet, berichtet der "Kurier". Damit kann derzeit nur ungefähr jeder fünfte Anschluss vom günstigeren Tarif profitieren.
Für einzelne Haushalte geht es dabei um eine überschaubare Summe: Laut E-Control sind je nach Verbrauch 11 bis 15 Euro pro Saison möglich. Hochgerechnet ergibt sich allerdings ein Millionenbetrag. Bei rund 1,3 Millionen noch nicht umgestellten Kunden könnten dadurch insgesamt bis zu rund 20 Millionen Euro pro Jahr ungenutzt bleiben.
Viele Kunden dürften zudem nicht wissen, dass sie selbst tätig werden können. Eine Registrierung im Smart-Meter-Portal alleine reicht nicht aus. Dort muss die Viertelstundenmessung ausdrücklich aktiviert werden. Das Opt-In kann laut Wiener Netzen auch per E-Mail beantragt werden.
Eigentlich sollen bis 1. Jänner 2027 ohnehin alle noch nicht umgestellten Kunden automatisch umgestellt sein. Die Wiener Netze gehen derzeit allerdings schrittweise vor. Zunächst werden größere Stromverbraucher mit einem Jahresverbrauch von mehr als 5.000 Kilowattstunden umgestellt, anschließend die kleineren Haushalte. Als Grund für das langsamere Tempo wird von den Wiener Netzen die "hohe Datenmenge" genannt.
Dass die Umstellung schneller möglich ist, zeigt ein Blick nach Niederösterreich. Beim Netzbetreiber "Netz NÖ" seien "so gut wie alle Kunden schon auf die Viertelstundenmessung" umgestellt.
Konkret betrifft das dort laut den Angaben 808.217 Zähler – das entspricht 97,5 Prozent der Kunden. Damit können in Niederösterreich bereits deutlich mehr Haushalte vom Solarstrom-Rabatt profitieren als in Wien.