Öko statt G-Klasse: Mitten in der Wiese vor der Kunsthalle am Wiener Karlsplatz steckt ein völlig verschlammter Mercedes-SUV fest. Mittlerweile fehlt schon ein Stück der Motorhaube, überall lösen sich Teile. Denn der vermeintliche Luxus-Offroader ist gar kein echtes Auto. Es handelt sich um ein Mercedes-Modell im Maßstab 1:1, geschaffen von Künstlerin Folke Köbberling.
Die ungewöhnliche Skulptur entstand schon im Frühjahr für die Klima Biennale. Köbberling fertigte den Mercedes ausschließlich aus biologischen Materialien. Wind und Wetter erledigen nun den Rest: Unter freiem Himmel verrottet die G-Klasse langsam und wird nach und nach wieder Teil der Natur.
Der Prozess ist schon weit fortgeschritten. Reifen, Kühlergrill und der Frontbereich zerbröselt nun immer mehr. Irgendwann soll von dem Mercedes G nur noch ein Komposthaufen übrig sein. Das ist auch so gewollt.
Die Mercedes-Skulptur ist ein Projekt von Kunst im öffentlichen Raum (KÖR). Im Inneren des Autos befinden sich ausschließlich natürliche Materialien wie Jute, Rohwolle, Zellulose, Lehm, Weizen, Erde und Holz. Sie bieten Tieren Unterschlupf und dienen Pflanzen als Nährboden. Auch Unterkonstruktion und Reifen bestehen aus Holz. Mit fortschreitendem Zerfall verbindet sich das Kunstwerk dann zunehmend mit dem Erdreich, auf dem es steht. Spätestens nach dem Winter wird nicht mehr viel davon übrig sein.