Ein Skifahrer aus Belgien? Keine gewöhnliche Kombination. Schließlich ist der höchste Berg nur 700 Meter hoch, doch für Armand Marchant ist das kein Problem. Der Belgier fährt seit Jahren im Weltcup, doch diesen Samstag wächst Marchant über sich hinaus.
Mit einem furiosen zweiten Lauf landet er trotz eines Fehlers auf dem zweiten Rang im Österreich-Slalom von Gurgl. Es ist sein erstes Weltcup-Podest der Karriere. Eine Karriere, die eigentlich schon lange vorbei hätte sein sollen. Dies aufgrund einer schweren Verletzung.
2017 stürzte Marchant in Adelboden derart brutal, dass im Knie alles kaputtging, der Schienbeinkopf brach in 13 Teile. Siebenmal musste er sich operieren lassen, nach der ersten Operation sah Marchants zusammengeflicktes Knie fürchterlich aus. Aus Erzählungen ging hervor, dass sich ein Freund beim Anblick seines Knies übergeben musste.
Zwei Jahre lang fuhr der Belgier kein Rennen mehr. Drei Jahre dauerte es gar, bis er wieder zurück in der höchsten Stufe seine Rennen fuhr. Dies allerdings auch nur, weil er ein Exoskelett zur Hilfe hatte. Dieses wurde ihm um das Bein, respektive um das Knie, geschnallt, um die Belastung zu minimieren. Allerdings natürlich nur im Training und nicht im Rennen.
Der Belgier ist im Weltcup beliebt. Das merkte man auch Tanguy Nef an, der sein erstes Podest auch wegen des Husarenritts von Marchant knapp verpasste. Angesprochen auf das Überraschungspodest mit Marchant und Rassart, sagte Nef: "Es ist ein schöner Tag heute – besonders für den Sport. Paco und Armand auf dem Podest sind zwei gute Freunde von mir, und ich freue mich sehr für sie."