Wien

Regenbogenparade findet heuer am Balkon statt

Wegen der Corona-Pandemie wurde die 25. Regenbogenparade am Ring abgesagt. Ein Zeichen für Toleranz soll auf Balkonen und Fenstern gesetzt werden.
Stefanie Riegler
13.06.2020, 13:10

Alle Wiener sind am Samstag dazu aufgerufen, ihre Fenster mit Regenbogenfahnen zu verschönern, am Balkon zu tanzen, sowie Freunde und Nachbarn zu motivieren. Eigentlich hätte an diesem Tag die Regenbogenparade am Ring stattfinden sollen. Wie alle großen Veranstaltungen wurde sie, durch Corona bedingt, abgesagt.

Soundbikes durch Wien unterwegs

Unter dem Motto "Stay visible, stay safe" hat der Verein "Sisters – für queer-feministische Kunst und Kultur" aber die "Fensterl Parade" ins Leben gerufen, um im öffentlichen Raum ein Zeichen für Toleranz zu setzen. "Verschönere dein Fensterl, tanz auf deinem Balkon! Motiviere auch deine Freund*innen und Nachbar*innen zum Mitmachen. Mach dich bemerkbar - sofern du dich wohl damit fühlst", heißt es auf der Website fensterlparade.org.

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Im Vorjahr zogen rund 500.000 Personen bei Regenbogenparade über den Ring und demonstrierten für die Rechte von lesbischen, schwulen, bi-, trans-, intersexuellen sowie queeren Menschen. Noch nie zuvor gab es so viele Teilnehmer bei dem Event.

Gleichzeitig gibt es hier auch die Fahne zum Download, darunter wurden alle Läden aufgelistet, wo du sie kaufen kannst. Von 14 bis 18 Uhr werden Lastenräder mit Musik durch Wien unterwegs sein und für Beschallung sorgen. Die Fahrten finden in Kleingruppen statt, Interessierte können sich anschließen. Die genauen Routen findest du ebenfalls auf der Website.

Die Corona-Krise hat auch die LGBTIQ-Community stark getroffen. Viele Vereine mussten temporär schließen, Beratungsstellen waren nur eingeschränkt erreichbar. "Von einem Tag auf den anderen waren wir unsichtbar", so Lisa Holzinger vom Verein Sisters.

40 Prozent fühlen sich diskriminiert

Wie aus einer aktuellen EU-Studie hervorgeht, fühlen sich 40 Prozent der LGBTIQ-Personen in Österreich diskriminiert. Nur etwa die Hälfte der Befragten geht in Österreich offen mit ihrer Sexualität um. 33 Prozent erklärten, dass sie schon einmal belästigt wurden.

Bereits Anfang Juni wurden das Rathaus und andere Einrichtungen der Stadt mit einer Regenbogenfahne beflaggt, auch die Straßenbahnen tragen das Symbol der LGBTIQ-Bewegung. Am 27. Juni ist zudem die "Global Pride" online angesetzt. Diese soll als weltweites Livestream-Event stattfinden.