NSU-Terroristin will aus Haft

Gericht entscheidet über Haftdauer von Beate Zschäpe

Das Oberlandesgericht München entscheidet bis November, wie lange Beate Zschäpe über die 15 Jahre hinaus noch mindestens in Haft bleibt.
Newsdesk Heute
27.08.2026, 22:15
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Das Oberlandesgericht München entscheidet bis spätestens November, wie lange die als NSU-Mittäterin zu lebenslanger Haft verurteilte Beate Zschäpe noch im Gefängnis bleiben muss. Eine Sprecherin des Oberlandesgerichts München hat am Donnerstag bestätigt, dass es bereits eine Anhörung von Zschäpe gegeben hat, um diese Entscheidung vorzubereiten.

Wie lange Zschäpe noch mindestens in der Justizanstalt sitzen muss, soll "in den nächsten Wochen" feststehen, spätestens aber im November, so die Sprecherin. Zuvor hatten die Zeitungen "Münchner Merkur" und "tz" darüber berichtet.

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Seit 2011 in Haft

Zschäpe wurde im Juli 2018 im NSU-Prozess in München als Mittäterin der Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) an neun Migranten und einer Polizistin zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Das bedeutet, eine Entlassung nach 15 Jahren ist ausgeschlossen. Die 51-Jährige sitzt in der Justizanstalt Chemnitz in Sachsen.

Zschäpe war schon seit November 2011 in U-Haft, das wird auf die Strafe angerechnet. Die 15 Jahre sind im kommenden November vorbei. Nach der Anhörung und nachdem verschiedene Stellungnahmen – etwa von der Justizanstalt und vom Generalbundesanwalt – eingeholt wurden, entscheidet das Oberlandesgericht, wie lange Zschäpe über die 15 Jahre hinaus noch mindestens in Haft bleiben muss.

Der NSU hat insgesamt zehn Morde, zwei Bombenanschläge und über ein Dutzend Überfälle verübt. Die beiden NSU-Täter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos haben sich im November 2011 nach einem Raubüberfall in Eisenach durch Suizid einer Festnahme entzogen. Zschäpe hat damals die gemeinsame Wohnung in Zwickau angezündet, um Beweise zu vernichten. Sie verschickte auch Bekennervideos, bevor sie sich nach einigen Tagen auf der Flucht gestellt hat.

Im Dezember 2025 und Jänner 2026 hat Zschäpe als Zeugin in einem Prozess gegen eine NSU-Unterstützerin vor dem Oberlandesgericht Dresden ausgesagt. Sie hat dort über das Leben des NSU-Trios im Untergrund gesprochen, aber belastende Aussagen gegen ihre frühere Freundin vermieden. Diese wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Auch Fragen nach möglichen weiteren Unterstützern des NSU wich Zschäpe in ihrer Befragung aus.

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