Mordalarm in einer Seniorenresidenz am Wiener Stadtrand: Am 20. Jänner fanden Pfleger eine 87-Jährige leblos in ihrem Zimmer. Der Tresor war geknackt, im Rachen der Toten steckte eine Goldkette, der Polster war voller Blut. Fieberhaft wurde ein Verdächtiger gesucht, auf Überwachungskameras ein Mann mit Blumenstrauß gefunden.
Ermittler erkannten den Unbekannten mit einem Strauß Kunstblumen unterm Arm an seiner auffällig großen Nase Yilmaz C. (61). Der achtfach vorbestrafte Seniorenschreck hatte einst im selben Heim Bewohnerinnen bezirzt und um hohe Geldbeträge betrogen. Auch am Tattag wurde er vom Personal im Altersheim gesehen.
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Kurz darauf klickten für ihn in Wien die Handschellen, DNA-Spuren im Zimmer der Toten belasteten ihn. Dennoch leugnete der Verdächtige bis zuletzt die Bluttat. Von 25 Jahren in Österreich verbrachte der arbeitslose Türke ganze 17 Jahre hinter Gittern. "Ich weiß nicht, was da mit mir ist. Das muss was Krankes sein. Ich habe wirklich versucht, mich zu halten, ein gutes Leben zu führen. Aber irgendwie hat das nie funktioniert. Selbst in der Haft habe ich heimlich Poker gespielt und konnte nicht aufhören", erklärte er.
Am Donnerstag droht dem "Blumenkavalier" nun lebenslang. Laut Psycho-Gutachten leidet der Verdächtige, der von Astrid Wagner und Ina-Christin Stiglitz verteidigt wird unter einer kombinierten Persönlichkeitsstörung und über eine eingeschränkte Selbstreflexion. Seine extreme Spielsucht, seine eingeschränkte Empathiefähigkeit und mangelnde Frustrationstoleranz würden den Mann hochgefährlich machen, weswegen eine zusätzliche Sicherheitsverwahrung beantragt wurde. Die Unschuldsvermutung gilt.