"Ich bin Bergführer, halt dein Maul! Sonst komm ich rauf und geb dir eine!" Dieser Satz und der darauffolgende Angriff auf einen polnischen Alpinisten wurden nun einem steirischen Bergführer zum Verhängnis. Ein virales Video des Vorfalls am Großglockner machte vergangene Woche die Runde.
Es folgten mehrere Berichte, eine Stellungnahme des Auftraggebers des Mannes und Ermittlungen der Polizei. Nun hat sich gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" auch der steirische Berg- und Skiführerverband zu Wort gemeldet.
Dessen Obmann Peter Perhab sagte, dass sich der betroffene Bergführer bereits beim Verband gemeldet habe und "seine Bewilligung aus eigenen Stücken zurücklegen wird". Das Ersuchen werde noch am Montag an die Behörden übermittelt. Heißt: Der Bergführer wird bald nicht mehr als solcher tätig sein.
Die beruflichen Konsequenzen sind aber nicht das einzige Problem des Steirers. Eine Person, die das Video des Vorfalls auf Instagram gesehen hatte, erstattete Anzeige gegen ihn – "Heute" berichtete. Die Polizei Matrei in Osttirol ermittelt wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Im Falle einer Verurteilung würden hier bis zu drei Monate Haft drohen.
Zur Erinnerung: Der Vorfall ereignete sich am 22. August am Mürztaler Steig auf dem Weg zur Adlersruhe (Erzherzog-Johann-Hütte). Dort war gerade eine Frau mit dem Abstieg beschäftigt, während ihr Mann sie filmte. Der Bergführer wollte sich mit seiner Gruppe vordrängeln, was zu einem Wortgefecht mit dem Polen führte.
Dann kam es zur Attacke in der Nähe des Abgrunds. Der Bergführer packte den Mann an den Armen, bedrängte ihn und schrie immer wieder "Benimm dich! Benimm dich! Benimm dich!"