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"Halt die Klappe!" Regisseur wegen Missbrauch angeklagt

Während den Dreharbeiten des Films "Les Diables" (2002), soll der Regisseur seine weibliche minderjährige Hauptdarstellerin belästigt haben.
Newsdesk Heute
10.12.2024, 18:45
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Seit Montag, dem 9. Dezember, steht Starregisseur Christophe Ruggia (59) vor Gericht in Paris. Vorgeworfen wird ihm der sexuelle Missbrauch einer Minderjährigen unter 15 Jahren.

Während und nach den Dreharbeiten von "Les Diables" soll die Die preisgekrönte französische Schauspielerin Adèle Haenel (35; damals 12-15 Jahre alt) ständiger sexueller Belästigung durch Ruggia ausgesetzt gewesen sein, berichtet unter anderem der "Guardian".

Er weist die Vorwürfe zurück

Der Angeklagte hingegen weist die Vorwürfe entschieden zurück. Laut seinen Aussagen vor Gericht habe Haenel eine "Parallelwirklichkeit" kreiert. Sie handle aus Rachsucht, da er sich geweigert habe, einen weiteren Film mit ihr zu drehen. Ihre Anschuldigungen stammen seiner Meinung nach aus ihrer "beruflichen Enttäuschung".

Als er nach den Beweisen gefragt wurde, die von der Polizei auf seinem Computer entdeckt worden sind, entgegnete Ruggia, er erinnere sich nicht dran, "Adele Haenel heiß" in eine Suchmaschine eingegeben zu haben. Zudem soll er gesagt haben, er hätte erst kürzlich realisiert, dass der Dreh "schmerzhaft" für die Schauspielerin gewesen sei.

Die heute 35-jährige Adele Haenel beim Verhandlungstermin in Paris am 9. Dezember 2024.
REUTERS

"Halt die Klappe!"

Am Dienstag eskalierte die Lage vor Gericht. "Halt die Klappe!", schrie die Schauspielerin Haenel wütend als Reaktion auf die Aussage des Regisseurs, er wollte sie nur beschützen. Sie gab an, sich nach den Dreharbeiten schuldig gefühlt zu haben, sowie Selbstmordgedanken gehegt zu haben. Im Mai 2023 verkündete sie das Ende ihrer Kino-Karriere und warf der Branche "weitverbreitete Komplizenschaft" mit Sexualstraftätern vor.

Ruggia beschreibt das Verhältnis zu Haenel und ihrem Co-Star Vincent Rottiers (38) als "väterlich", während andere Mitarbeiter, die damals dabei gewesen waren, sein Verhalten ihr gegenüber als "invasiv" und "unangebracht" empfanden. Es drohen dem Regisseur 10 Jahre Haft und eine Strafe von 150.000 Euro.

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