In einer "neuen Ära" zurück zu alten Erfolgen: Der Traditionsrennstall Ferrari hat am Freitag seinen Boliden für die kommende Saison in der Formel 1 präsentiert. Der "SF-26" getaufte Rennwagen ist im glänzenden Rot der Scuderia gehalten, rund um das Cockpit und die Motorenabdeckung sorgen weiße Bereiche für Akzente. Die Farbgebung erinnert stark an den von Sebastian Vettel pilotierten SF16-H aus der Saison 2016.
Technisch steht Ferrari wie alle Teams angesichts umfangreicher Reglement-Änderungen zur neuen Saison vor großen Herausforderungen. "Der SF-26 markiert den Beginn einer neuen Ära für die Formel 1 und auch für Ferrari", sagte Teamchef Frédéric Vasseur: "Dieses Auto ist das Ergebnis einer enormen Teamleistung und steht für den Beginn einer völlig neuen Reise, der andere Regeln zugrunde liegen und die zwangsläufig eine Reihe von Unbekannten mit sich bringt."
Ferrari hofft mit dem neuen Konzept auf eine positive Trendwende. Die Saison 2025 beendeten die Italiener nur auf dem vierten Platz der Konstrukteurswertung. Enttäuschend verlief insbesondere auch das erste gemeinsame Jahr mit Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Cockpit.
Der Brite sprach mit Blick auf die am 8. März in Melbourne beginnende Saison von "enormen Herausforderungen" und der wahrscheinlich größten Regeländerung, "die ich in meiner Karriere erlebt habe. Aus technischer Sicht wird es ein äußerst wichtiges Jahr, in dem der Fahrer eine zentrale Rolle beim Energiemanagement spielt, die neuen Systeme zu verstehen und zur Entwicklung des Autos beizutragen. Es ist eine Herausforderung, der wir uns als Team gemeinsam stellen."
Vorfreude herrscht auch beim zweiten Piloten Charles Leclerc. "Wir arbeiten mit großer Motivation daran, so gut wie möglich vorbereitet an den Start zu gehen", so der Monegasse.
Kurios wurde es dann beim Shakedown, der ersten Ausfahrt des SF-26 auf der hauseigenen Ferrari-Strecke in Fiorano. Hamilton, der zunächst am Steuer des Ferrari-Boliden saß, absolvierte am Freitag seine fünf erlaubten Runden, fuhr aber nicht zurück in die Boxengasse, sondern stellte das Auto auf der Start-Ziel-Geraden ab. Die Mechaniker waren daraufhin angelaufen gekommen, um den Wagen zurück in die Boxengasse zu schieben. Dann war Leclerc an der Reihe.
Videos der Szene machten in sozialen Netzwerken die Runde. Entgegen ersten Spekulationen hatte es sich dabei nicht um einen technischen Defekt beim SF-26 gehandelt, Hamilton habe bloß die maximale Kilometerzahl erreichen wollen. Mehr als 15 Kilometer waren beim Shakedown nicht erlaubt gewesen.